V-Strom 1000 ABS

Publiziert im Oktober 2013

  2014er Modell: Suzuki V-Strom 1000 ABS (DL 1000, AL4, WVDD)

Neues Bike zum Jahresanfang 2014

Ab März 2014 wird mich eine neue 1000er V-Strom von Suzuki auf meinen Touren begleiten.
Die 1250er Bandit wanderte bereits im Dezember 2013 als Inzahlungnahme zum Händler.


Anfang Dezember 2013, der erste offizielle Test der V-Strom.
Zum Video auf Youtube

Vielleicht möchte der eine oder andere ebenfalls auf eine Reiseenduro umsteigen? Da ich vor meiner Bikewahl viel und ausführlich recherchiert hatte, kann ich vielleicht mit diesem Artikel eine Hilfestellung geben.
Im Folgenden stelle ich deshalb (mehr oder weniger ausführlich) einen Vergleich der derzeit aktuellen Reiseenduros an, hebe einige deren Eigenschaften heraus und kommentiere auch welche davon. Zusätzliche Infos zur neuen 1000er V-Strom, die bisher nur schwer oder (noch) nirgendwo zu finden sind, gibts auch. Und mit Bemerkungen und Einschätzungen werde ich mich auch nicht zurückhalten.

Seitenübersicht

  1. Auf zwei Tourenbikes folgt eine Reiseenduro
  2. Die neue Suzuki V-Strom 1000 ABS: Totgeglaubte leben länger
  3. Bike-Vergleich
  4. Monströse Reiseenduros jenseits der 1000 cm³
  5. Sind mehr als 100 PS versicherungstechnisch ungünstig? Nein!

Nachgeschoben: Diverse Zusatzinfos zur neuen V-Strom

  1. 18.06.2014: kostenlose 2-Jahres-Anschlußgarantie
    Heute kam Post von Suzuki im A5-Format. Inhalt: Unterlagen über eine kostenlose 2-Jahres-Anschlußgarantie für die V-Strom. Laut Begleitschreiben wird die nach Ablauf der 2-jährigen Werksgarantie automatisch aktiviert.
    Die Anschlußgarantie läuft über www.meneks.de, mir bisher nicht bekannt.
  2. 23.05. – 07.06.2014: Tour auf Korsika und Sardinien
    Das vierte Jahr in Folge auf Korsika und Sardinien. Rückreise mit vier Tagen über das Trentino und die Dolomiten bei 6600 km Tourlänge. Unglaublich, wie störrisch und unhandlich die Bandits beim Kurvenschlängeln im Vergleich zur V-Strom waren/sind. Eine wahre Freude, mit der V-Strom beinahe ohne jeglichen Kraftaufwand schnell wechselnde Kurven und extreme Schräglagen zu genießen. Einige Male durften das die Angstnippel an den Fußrasten spüren. Über den Grip braucht man sich auf den Inseln keinerlei Gedanken machen, der ist vor allem auf Sardinien überirdisch!
    Der extrem rauhe Straßenbelag frißt aber innerhalb kurzer Zeit einiges vom Profil. Am Gardasee angekommen mußten deshalb beide Pneus gewechselt werden. Laufleistung: knapp 6400 km. 310 Euro inkl. Montage wechselten dafür den Besitzer.
    Ein nicht unerhebliches Drehmomentloch: Bei der Heimreise ging es über die Westauffahrt des Monte Zoncolan. Die Auffahrt glänzt zwar nicht gerade mit breiter Fahrbahn, dafür aber mit ein paar sehr steilen Streckenabschnitte mit bis knapp über 20% Steigung. Beim Beschleunigen in solchen Anstiegen unter Vollgas fiel ein Drehmomentloch zwischen 5500 und knapp 7000 U/min äußerst unangenehm auf. Darüber hinaus ist die Kraft wieder da. Man könnte meinen, es würde in dem Bereich kein Gas angenommen.
    Im flachen oder etwas hügeligen Gelände fällt das kaum auf. Weniger sportliche Fahrer werden schon voher in einen höheren Gang geschaltet haben oder das Loch gar nicht bemerken. Beim starken Beschleunigen auf großen Steigungen nervt mich das aber ganz ungemein. Meinen Händler hatte ich am 14.06. darüber per eMail informiert.
    Von meiner Entdeckung des Drehmomentlochs über die Meldung bei Suzuki bis hin zur vollständigen Behebung der Mängel habe ich auf der Seite „extremes Drehmomentloch“ ein recht ausführliches „Tagebuch“ angelegt.
  3. 09.05.2014: 1000er Kundendienst
    Der 1000er Kundendienst hat inkl. Steuern mit 208,67 Euro ins Kontor geschlagen. Der Grundbetrag ist mit 117,30 Euro (ohne MwSt.) angegeben, den Rest bilden Motoröl, Ölfilter und „Kleinmaterial“.
    Das Topcase war endlich angeliefert und montiert. Der Alu-Unterfahrschutz ist nach wie vor nicht lieferbar. Laut Händlerinfo war Suzuki mit dessen Verarbeitung nicht einverstanden, hat die Ausgelieferten zurückrückgerufen und läßt nochmal neu produzieren.
    Wie immer bekam ich ersatzweise einen Vorführer kostenlos gestellt. Diesmal war es eine GSX 1250F. Und da hat sich wieder gezeigt, wie sehr unterschiedlich doch die Körper- und Sitzpositionen auf den unterschiedlichen Motorrädern sind und wie kurven- und legefreudig die V-Strom ist.
  4. 24.04.2014: Erste große Tagestour
    Auf 750 km bis runter nach Meran und wieder zurück kam echte Fahrfreude auf. Die dabei gewonnenen Eindrücke bestätigen die bei der Probefahrt gemachten.
    Laut Displayanzeige stellte sich bei Stop-and-Go nach kurzer Zeit eine sehr hohe Kühlmitteltemperatur ein. Sehr verwunderlich, denn hinter dem Kühler sitzt ein Ventilator! Zu Hause stellte ich fest, daß der Stromversorgungsstecker nicht auf dem Ventilator gesteckt war. Der hatte sich stattdessen hinter dem Kühlerschlauch verkrochen.
  5. 22.04.2014: Die Übergabe hat stattgefunden
    Seit heute steht das gute Stück in der heimischen Garage. Topcase und Alu-Unterfahrschutz fehlen noch immer.
  6. 15.04.2014: Sie ist da! Sie ist da!
    Man möchts nicht glauben: Fast sieben Monate nach Kauforder ist meine rote V-Strom endlich beim Händler eingetroffen. Vom Verkäufer erfuhr ich erst bei ihrer Ankunft, daß die Auslieferung nicht nach Bestelleingang, sondern sortiert nach Postleitzahl geregelt ist. Und da die meine mit der 8 beginnt… Aber man muß ja nicht alles verstehen.
    Das Warten hat aber noch kein Ende: Hauptständer, Unterfahrschutz, Topcase, Heizgriffe und Handprotektoren wurden noch nicht geliefert. Seufz.
  7. 28.03.2014: Meine erste Fahrt – auf einem Vorführer
    Meine Rote ist nach wie vor nicht in Sicht. „Zum Trost“ war ich auf 210 km für 3 Stunden auf einem 1000er V-Strom-Vorführbike im nahen Altmühltal zwischen Kehlheim und Solnhofen unterwegs. Hier mein Artikel: „erste Fahreindrücke
  8. 25.03.2014: Hersteller- und Typschlüssel
    Diese beiden Angaben zur V-Strom hat mir mein Händler auf Nachfrage zukommen lassen:
       – Herstellerschlüssel: 7102     – Typschlüssel: ADW
    Damit lassen sich zumindest schon mal Versicherungsangebote einholen…
    Laut Händlerangabe wird die neue 1000er V-Strom intern auch mit „DL 1000 AL4“ bezeichnet.
  9. 19.03.2014: Das Warten nimmt kein Ende!
    Suzuki kommt mit den Lieferungen der V-Strom nicht nach. Laut Händlerauskunft läuft die Auslieferung der Weißen und Schwarzen 1000er auf Hochtouren. Obwohl bereits im letzten Oktober bestellt, wirds mit meiner Roten im März nichts mehr werden…
  10. Feb. 2014: Eine Übersicht über das Zubehör ist online
    Mittlerweile gibt es auch eine Übersicht über das (noch) überschaubare Zubehör inkl. Artikelnummern. Zu den dort angegebenen Preisen halte ich mich mal vornehm zurück…
    shop-motorrad.suzuki.de/c/sport-enduro-tourer_v-strom_v-strom-1000
  11. 01.02.2014: Samstag nachmittag – erster Vorführer beim Händler gesichtet
    Habe zufällig außerhalb der Öfnungszeiten meines Händlers durch die Fensterfront eine noch nicht ganz entpackte V-Strom erspäht. Eigentlich hatte er mir versprochen mich sofort zu informieren, sobald er die erste dastehen hat. Nunja… Werde dort bei Gelegenheit mal zur näheren Inaugenscheinnahme diverser Fahrzeugdetails und einem Klappstuhl vorstellig werden. 😉
  12. 16.01.2014: Suzuki verdoppelt den Wartungsintervall der V-Strom
    Suzuki verdoppelt den Wartungsintervall der V-Strom 1000 von 6000 auf 12000 km
    www.pressebox.de/…Servicefreundlichkeit-deutlich-erhoeht…
    Das dürfte als klare Ansage an den Markt und eine Positionierung in Nähe der hubraumstärkeren Konkurrenzbikes verstanden werden. In jedem Fall wurde es aber Zeit, sich bei Suzuki über den bisherigen und kurz bemessenen 6000 km-Intervall einige Gedanken zu machen und entsprechend zu reagieren.
  13. 07.01.2014: Erste V-Stroms schon vor Weihnachten im Königreich gesichtet
    YouTube-Video: First ‚Live Ride‘ Review of the 2014 Suzuki V-Strom 1000 ABS
    Laut dem Veröffentlichungsdatum dieses YouTube-Videos sind die ersten V-Stroms scheinbar schon vor Weihnachten in Britannien angelandet, obwohl Suzuki den mitteleuropäischen Markt immer wieder als den absatzstärksten bezeichnet.

In eigener Sache

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Technik-Video zur neuen Suzuki V-Strom 1000 ABS DL

Vom Wechsel im Frühjahr/Sommer 2013 zu einer Reiseenduro abgehalten hat mich die Ankündigung von Suzuki, die 1000er V-Strom neu aufzulegen.
Die PDF-Info zur „Concept“-Studie las sich schon mal nicht schlecht. Eine optimistische Info kündigte die Lieferbarkeit im Herbst 2013 an: Video zur Intermot-Vorstellung in 2012. Nun wird es im Januar/Februar 2014 der Fall sein. Und die in obigem Intermot-Video erwähnte Griff- und Sitzheizung wird endgültig nicht serienmäßig angeboten, sondern findet sich leider nur mehr als aufpreispflichtiges Zubehör wieder.

Markenzwang? Markentreue?

Nicht, daß hier beim Lesen die Meinung eines Markenzwangs oder übermäßiger Markentreue meinerseits aufkommt! Schon beim ungeplanten Kauf der 1250er Bandit im Mai 2011 hatte mir mein Händler ein unschlagbares Angebot für die Inzahlungnahme meiner damaligen 1200er Bandit gemacht. Und daß Suzuki mit der Bandit im Vergleich zur Konkurrenz ein seit jeher beinahe schon überragendes Preis-/Leistungsverhältnis anbietet, brauche ich hier nicht weiter ausführen. Zudem haben meine beiden Bandits bei ihren Laufleistungen von knapp 90000 km bei der 1200er und knapp 40000 km bei der 1250er zum Ende der 2013er Saison ihre hohe Zuverlässigkeit bewiesen – nicht einmal ist bei beiden ein nennenswertes Problem aufgetreten.
Der offizielle Händler-Einkaufspreis meiner 1250er Bandit lag laut DAT-Gebrauchtfahrzeugbewertung bei 4300 Euro. Beim Umstieg auf die neue V-Strom hatte er mir für mein treues Schätzchen inklusive diversem Zubehör immerhin 6000 Euro in den Kaufvertrag geschrieben.

Geordert: Eine 1000er V-Strom zum Beginn der 2014er Saison


Suzuki V-Strom 1000 ABS
Bildquelle: motorrad.suzuki.de/adventure

Während der Vorverkaufsaktion vom 1. Oktober 2013 bis 15. Januar 2014 liegt ihr Preis bei 11990 Euro zuzüglich 200 Euro Überführung. Bis zum Ende der Aktion gibt es als Dreingabe von Suzuki für die weltweit ersten 100 Käufer das Seitenkofferset (890 Euro) kostenlos dazu. Als 48. in der Vorverkaufs-Liste konnte ich mir dieses Set schon mal sichern. Zusätzlich nehmen diese ersten Hundert an einer Verlosung teil. Als Hauptgewinn winkt die volle Kostenerstattung für die V-Strom. Nach der Vorverkaufsaktion wird der Preis für das Bike sicherlich mindestens 500 Euro höher liegen.

Auf zwei Tourenbikes folgt eine Reiseenduro

Nach einer Suzuki Bandit 1200S im April 2005 und deren Nachfolgerin, einer 1250er S-Bandit im Mai 2011, wollte ich eigentlich schon in 2013 auf eine Reiseenduro umsteigen. Leichter als eine Bandit (253 kg bei der 1250er) sollte sie in jedem Fall sein, um auch Ausritte abseits befestigter Wege leichter und beherrschbarer zu machen.
Und ausreichend Hubraum für genügend Kraftentfaltung bereits im Drehzahlkeller soll sie auch bereitstellen, um wie bisher in gewohnt flotter Manier mit einem fetten Grinsen im Gesicht die vielen Alpenpässe weiterhin in Angriff zu nehmen. PS-Leistung gibts zwar auch bei hubraumschwächeren Bikes, allerdings wird deren Drehmoment erst bei entsprechend hohen Drehzahlen freigesetzt. Das ist für mich unakzeptabel, weil ich relativ schaltfaul bin und mir laut kreischende Motoren ein Graus sind.

Neue Ziele, alte Wege: Abseits vom Trubel und überlaufenen Straßen

Zum ersten Mal in 2007 versuchte ich mich mit meiner damaligen 1200er Bandit auf unbefestigten Wegen in den Alpen. So kam ich da bereits ein wenig auf den Geschmack, die oft stark frequentierten Alpenstraßen hinter mir zu lassen und neue Herausforderungen auf den abseits gelegenen Pfaden zu suchen.
Wohltuend und befreiend, in jedem Fall aber eindrucksvoll, finde ich die Stille und Unberührtheit in den bisweilen unglaublich einsamen Weiten der Hochalpen. Die sind aber mitunter nur auf Schotterwegen, Natur- oder alten Militärstraßen aus den Weltkriegen zu erreichen. Vom eigenen Können mal abgesehen, ist ein Tourenbike wie die Bandit aber nur bedingt für solchen Untergrund geeignet. Zwei von mir versuchte Beispiele:
1. Maira-Stura-Kammstraße:
Vom Colle Valcavera Richtung Maira-Stura-Kammstraße
Mit ein wenig Wehmut erinnere ich mich gerne an meinen „Alpenmarathon“ in 2007, der eine Erweiterung meiner Vorjahrestour war.
Das nebenstehende Bild zeigt mich bei einer Rast auf dem Colle Valcavera in der italienischen Provinz Cuneo (Region Piemont) auf knapp über 2400 HM. Die Schotterpiste einer Militärstraße führt dort über die Paßhöhe des Valcavera, die mich im weiteren Verlauf zur Maira-Stura-Kammstraße hätte bringen sollen, allerdings ein ganzes Stück nach dem Valcavera in groben Schotter überging und ich das Vorhaben wegen Unbefahrbarkeit aufgeben mußte.


YouTube-Video: Ligurische Grenzkammstrasse (LGKS)

2. Ligurische Grenzkammstraße: Kurz nach der Grenze von Frankreich nach Italien führte mich mein Routenplan bei Ventimiglia an der Ligurischen Küste ins Landesinnere. Hier wollte ich auf einem Teil der unbefestigten ligurischen Grenz-kammstraße nach Cuneo gelangen. In einem Reisebericht für Endurowanderer war der Verlauf der Kammstraße als „leicht“ eingestuft.
So bog ich also bei herrlichstem Wetter von der Küstenstraße ab auf die SP64 ins Nervia-Tal. Hinter Triora führte die Straße in den dichten Wald und ging nach ein paar Serpentinen, wie in dem Enduroführer beschrieben, in unbefestigten Zustand über. Oft in den Fußrasten stehend und meist im zweiten Gang, war der Weg aber relativ gut zu befahren. Allerdings ragten im weiteren Verlauf immer wieder spitze und scharfkantige Steine wie Messer aus dem festgefahrenen Untergrund, was meine ganze Konzentration forderte und ich in Gedanken mit einem aufgeschlitzten Reifen dastand. Nach ein paar Kilometern wurde der Schotter dann überwiegend sehr grob und lag hin und wieder nur lose auf der Piste. Einige tiefe Regenrinnen kreuzten den Weg, in denen die Baumwurzeln offen dalagen. An einer Gabelung mit einem hölzernen Wegweiser nach Monesi war ich inzwischen auf etwa 1400 HM angelangt. Der Wald war hier etwas lichter und gab ein größeres Stück des weiteren Weges auf dem gegenüberliegenden Berghang frei, dessen Untergrund augenscheinlich nicht besser zu werden schien. Diese Erkenntnis und der Umstand, mit der eher für befestigte Straßen gebauten Bandit eine für diese Verhältnisse etwas ungeeignete Fuhre zu steuern, veranlaßten mich dazu umzudrehen und auf der kurvenreichen SP548 über Badalucco nach Taggia zur Küstenstraße zurückzufahren.

Die neue 1000er V-Strom: Totgeglaubte leben länger

Die einstigen stagnierenden Verkaufszahlen bei den Reiseenduros sind in den letzten Jahren wieder im Steigen begriffen. Das hat Suzuki veranlaßt, ein komplett neu designtes Motorrad unter altem Namen auf die Beine zu stellen: motorrad.suzuki.de/…V-Strom 1000 ABS
Laut Suzukis Insider-Info zur neuen V-Strom haben sich die Ingenieure bei ihrer Arbeit von der 1988er DR750S inspirieren lassen, Suzukis erstem großen Modell für On- und Offroad. Der neu entwickelte Motor dürfte dabei sogar die schweren und dicken Reiseenduros jenseits der 1000 cm³ in den Schatten stellen. Der liefert sein maximales Drehmoment von 103 Nm nämlich schon bei 4000 U/min.


„Schnabel“ bei Suzuki’s DR750S und V-Strom 1000
Bildquelle: www.globalsuzuki.com/…

Den BMW-Schnabel gabs bei Suzuki schon, bevor man bei BMW überhaupt daran dachte. 1988 hat man bei Suzuki die damalige DR750S damit ausgerüstet, um dem Fahrer Gaston Rahier bei seiner damaligen Teilnahme an der Rallye Paris-Dakar einen Extra-Schutz bereitzustellen. Erst einige Jahre später nahm die BMW-Designabteilung dieses Element in ihre Motorradentwicklung mit auf.
Wie wild wurde und wird noch immer über diesen „Entenschnabel“ gelästert. Du meine Güte, denke ich da nur. Gibts da vielleicht nicht wichtigere Dinge bei einem Bike als dieses überbewertete Merkmal? Die Geschmäcker sind halt verschieden. Und das ist auch gut so, sonst wäre nur mehr ein Einheitsbrei auf den Straßen unterwegs und keiner könnte mehr abfällig über den Untersatz des anderen lästern. Also: Leben und leben lassen!

Bike-Vergleich

Bei den Reiseenduros besteht eine Hubraumlücke zwischen den kleinen und handlichen 800ern und den schweren und übermotorisierten 1200ern. Bei den schweren Kisten werden 120 PS schon mal mit 260 kg und mehr auf der Waage erkauft. Abgesehen von sportlichen Test- und Hardcore-Fahrern, die solche gewichtigen Fuhren auf jedem Untergrund beherrschen und mit ihnen umgehen können, sieht man den landläufigen Freizeitfahrer mit seiner 1200er deshalb überwiegend nur auf asphaltiertem Geläuf.
Bis 2009 haben besagte 1000 cm³-Lücke nur KTM und Suzuki genutzt. Suzuki war dort ab 2002 schon einmal mit einer 1000er V-Strom vertreten, hatte aber wegen allgemein nachlassender Käufernachfrage bei den Reiseenduros die Produktion in 2009 eingestellt.
de.wikipedia.org/wiki/Suzuki_DL_1000_V-Strom

KTM 990 Adventure R


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KTM wird bis zum Erscheinen der neuen 1000er V-Strom Anfang 2014 in diesem Segment mit der beinahe 14000 Euro sehr teuren 990 Adventure R (www.motorradonline.de/ktm-990-adventure) also alleine vertreten sein.
Bei KTM wird man es deshalb bestimmt nicht gerne sehen, ein ernsthaftes Konkurrenzprodukt plötzlich neben sich zu haben. Allerdings sticht die 990er KTM wegen ihrer längeren Federwege und höheren Bodenfreiheit hervor und ist deswegen für kernigeres Gelände bestens geeignet. Ist die KTM 990 Adventure R nun der unangefochtene Platzhirsch bei den 1000ern?
Alternde KTM’s haben Motorprobleme! Laut diversen Besitzerkommentaren und Tests scheint sie mit zunehmender Kilometerleistung ausfallanfällig zu sein. Und das beinahe schon vorhersehbar.
Auf www.moto-adventure.ch hat man es am Seitenende auf den Punkt gebracht:
Diese KTM wird in Zukunft wohl oft der Grund sein, warum vermehrt erstaunte und geschockte Gesichter bei BMW-Fahrern zu sehen sein werden. Warum auch nicht,…. einerseits werden die BMW-Treiber durch die schnell an ihnen vorbei donnerden KTM-Ler geschockt, doch spätestens einige Kilometer später kann sich der eine oder andere Gummikuh-Bändiger zurück lehnen und mit einem fiesen Lächeln mitanschauen, wie die gerade eben vorbei gesauste Orangene abgeschleppt wird. Ausserdem dürfte sich der BMW-Fahrer noch längere Zeit an seinem Fahrzeug erfreuen, während die KTM nach ca. 70`000km langsam das zeitliche segnen wird. Wer zu letzt lacht,…. !
Einigermaßen belastend, wenn auf Tour dieses Wissen im Hinterkopf mitfährt. Da wartet man schon direkt darauf, daß einen die Maschine unangekündigt im Stich läßt. Mit dieser Info fällt sie deshalb für mich aus dem Rennen.

Kawasaki Versys 1000 Grand Tourer


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Ein Bekannter meinte, ich solle mir mal den Reihenvierzylinder „Versys 1000 Grand Tourer“ ansehen. Kawasaki ruft dafür 12995 Euro auf. Die Sitzhöhe von 845 mm ist bei meiner Körpergröße und Beinlänge akzeptabel. Allerdings finde ich ihr Gewicht von 239 kg für meine neuen Interessen ein wenig zu hoch und das Drehmoment von 102 Nm steht wie bei der Triumph Tiger erst im hohen Drehzahlbereich, nämlich bei 7700 U/min an. Das hervorstechendste sind allerdings ihre niedrige Bodenfreiheit von nur 150 mm und ihre kurzen Beine: Die Federwege vorne und hinten werden mit nur 150 mm angegeben und sind damit noch kürzer als bei der V-Strom. Mehr technische Daten gibts auf der Kawasaki-Herstellerseite.
Mein Fazit: Wegen Bodenfreiheit und Federwege ist diese Kawasaki für Offroad nur sehr bedingt geeignet. Nicht umsonst trägt sie die Bezeichnung „Tourer“ im Namen. Deshalb finde ich den Begriff „Reiseenduro“ für dieses Motorrad in den diversen Publikationen irreführend und nicht zutreffend.

Moto Guzzi Stelvio 1200 8V NTX


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Sogar die übergewichtige Stelvio 1200 8V NTX von Moto Guzzi haben eifrige Autoren schon mal als Reiseenduro bezeichnet. Ein Irrsinn! Die stellt ihren Fahrer mit ihren unglaublichen 296 kg schon auf Asphalt vor Herausforderungen, abseits befestigter Pisten erst recht. Ein Bekannter meinte, man müsste für dieses Ungetüm eine ganz eigene Kategorie erfinden, etwa „Groß-Reise-Cruiser“.

Bringt BMW teure Schrottbikes unter die Leute?

Zufällig erfuhr ich ein paar Werte aus einer „Geheimliste“: Stolze 16% aller verkauften BMW-Bikes waren die letzten Jahre von Mängeln verschiedener Art betroffen. Suzuki hält sich da mit nur 0,3% vornehm zurück.
Eine BMW scheint wegen dieser hohen Zahl an Garantie- und Gewährleistungsansprüchen nicht sehr empfehlenswert. Werden da teure Schrottbikes unter die Leute gebracht? In einem Forum war zu lesen, daß man einem 800er GS-Fahrer nach einem Motorschaden während des Gewährleistungszeitraums sogar einen Großteil der Kosten für einen Ersatzmotor und den Austausch in Rechnung stellte, obwohl ein Motorproblem BMW-Modellübergreifend und auch schon länger bekannt war. Treten anderweitige Mängel während der Garantie-/Gewährleistungszeit auf, bessert BMW nur in den seltensten Fällen nach. Da wird dem Besitzer ganz frech ein Fehler in der Handhabung unterstellt. Damit stielt man sich aus der Verantwortung und der Besitzer ist der Dumme. Als kundenfreundlich kann dieses Vorgehen nicht bezeichnen werden. Und von Kundenbindung ist da auch keine Spur. Im Fall der Fälle sind Verbraucherschutz und Rechtsanwalt die richtigen Anlaufstellen. Und gehäufte Beschwerdeschreiben an die einschlägigen Fachmagazine würden bei einer Veröffentlichung sicher ihre Wirkung zeigen.

Mein Favorit: 1000er V-Strom

Die neue 1000er V-Strom hat es mir zu einen nicht nur wegen meiner beiden zuverlässigen Bandits aus der gleichen Motorradschmiede angetan. Auch wegen einiger ihrer technischen Daten wurde sie recht schnell mein Favorit in der Auswahl meiner Alternativen an Reiseenduros.
Ins Auge sticht die Antriebsart bei den Bikes bis 1000 cm³: Kette statt Kardan. Im Gegensatz dazu wird bei fast allen Reiseenduros jenseits der 1000 cm³ die Kraft per Kardanwelle auf das Hinterrad gebracht. Läßt man das Eigengewicht eines Kardanantriebs außer acht, ist dessen Einsatz wohl den großen Massen der Bikes geschuldet, die Kette und Ritzel schnell ermüden und verschleißen lassen würden.






BMW
F800 GS

größeres Bild
Triumph Tiger
800 XC

größeres Bild
KTM 990
Adventure R

größeres Bild
Suzuki 1000
V-Strom ABS

größeres Bild


Preis (UVP in €)


ABS
Traktionskontrolle


Gänge
Sekundärantrieb


Fahrfertig (kg)
Zuladung (kg)


Tankvolumen (Liter)
Verbrauch (L/100 km)


Hubraum (cm³)
Zylinder


PS
Nm bei U/min


Sitzhöhe (mm)
Bodenfreiheit (mm)
Federweg vorne (mm)
Federweg hinten (mm)


Radstand (mm)


Felgenmaß vorne
Felgenmaß hinten


Reifen vorne
Reifen hinten


Herstellerseite


10750


inkl.
nein


6
Kette


214
222


16
5,2


798
2 (Reihe)


85/7500
83/5750


880/850/820
230
230
215


1578


2,15 x 21″ MTH2
4,25 x 17″ MTH2


  90/90-21 54V
150/70-17 69V


klickmich


10490


inkl.
nein


6
Kette


215
225


19
k.A.


800
3 (Reihe)


95/9300
79/7850


865/845
240
230
230


1530


2,50 x 21″
4,25 x 17″


90/90-21
150/70-R17


klickmich


13995


nein
nein


6
Kette


225
225


20
k.A.


999
2 (75° V)


115/8750
100/6750


905
261
210
210


1570


2,15 x 21″
4,00 x 18″


  90/90-21
150/80-18


klickmich


11990


inkl.
inkl.


6
Kette


228
212


20
4,7


1037
2 (90° V)


100/8000
103/4000


845/825
165
160
k.A.


1555


19″
17″


110/80-R19 59V
150/70-R17 69V


klickmich

Zubehör für die 1000er V-Strom

Diverses Zubehör für meine langen Touren muß noch her. Dazu kann ich mich einfach an den über die Jahre bewährten Ausstattungen und Anbauten meiner beiden Bandits orientieren. Da der Zubehörhandel aber noch nichts anbietet, bin ich zwangsläufig auf die noch inoffizielle Zubehörliste von Suzuki angewiesen.
Mein Wunschzubehör würde in Summe mit 2114 Euro eine hübsches Loch ins Zwiebelleder meines tränendes Portemonnaies reißen. Weil aber die ersten 100 Käufer das Seitenkofferset während des Vorverkaufs kostenlos erhalten, bleiben noch erträgliche 1224 Euro übrig. Den Hauptständer versucht mein Händler so bald wie möglich von SW-Motech zu bekommen, weil Suzuki dafür beinahe den doppelten Preis veranschlagt. Die Montage aller Teile übernimmt der Händler. Bei der Griffheizung muß ich noch überlegen, nicht doch eine aus dem Zubehörhandel selbst zu montieren. Da würden sich nämlich um die 100 Euro einsparen lassen.


150,- €
150,- €
80,- €
160,- €
niedrige Sitzbank
Griffheizung
Handprotektoren
Hauptständer (SW-Motech)
125,- €
239,- €
320,- €
890,- €
Motorschutzbügel
Alu-Unterfahrschutz
Topcase (35 Liter) + Halter
Seitenkoffer (55 Liter) + Halter

Selbstverständlich werde ich in die V-Strom die beiden bewährten Kfz-Hupen aus der 1250er Bandit verpflanzen, die schon in der 1200er zuverlässig ihren Dienst verrichtet hatten. Und zwei Zusatzscheinwerfer habe ich auch noch rumliegen. Die hatte ich an der 1200er Bandit verbaut und zwischenzeitlich auf LED umgerüstet.

Integrierte Kofferlösung von Suzuki für 890 Euro


ohne und mit Seitenkoffer – Bildquelle: Suzuki
Gegenüber den anderen Motorradbauern und Zubehörspezialisten hat sich bei Suzuki endlich jemand intensivere Gedanken zum Thema tourentaugliche Seitenkoffer gemacht.
Herausgekommen ist ein abnehmbares und sehr ansehnliches Koffersystem aus Kunststoff mit insgesamt 55 Litern Fassungsvermögen, das sich eng ans Fahrzeug schmiegt um laut Suzuki „das Handling und die Manövrierbarkeit zu optimieren„.
Das bemerkenswerteste: Bei montierten Seitenkoffern bleibt die Gesamtbreite des Bikes laut Werksangabe trotzdem noch unter dem Maß der Lenkerbreite. Das gibt es äußerst selten und ist deshalb echtes Novum, wie ich finde.
Zudem sieht diese Lösung bedeutend besser aus als die eckigen und klobigen Kisten von BMW oder dem Zubehörhandel. Einerseits möchten die Bike-Hersteller dem Interessenten ein augenschmeichelndes Fahrzeug schmackhaft machen und dann wird denen nur ein einfallsloses, häßliches und extrem teures Aluminium-Equipment angeboten. Derart ausgerüstete Bikes kommen schon beinahe daher wie ein Kastenwagen beim Transport des Hausstandes.

Besuch der Preview-Veranstaltung in München


Suzukis „exklusive Preview-Veranstaltung“ in München
Für die zweite Oktoberhälfte 2013 hatte ich eine Einladung zur „exklusiven Preview-Veranstaltung“ der V-Strom 1000 ABS in München über meinen Händler erhalten. Eine falsche Zeitangabe über den Beginn der Veranstaltung ließ mich eine Stunde zu früh aufschlagen. Zumindest konnte ich diesen „Zeitvorteil“ nutzen, um in Ruhe mit dem Verkaufsleiter und dem Testfahrer tiefschürfende Gespräche zu führen. Da ich mich vorab schon intensiv mit den verfügbaren Informationen zur V-Strom beschäftigt hatte, erfuhr ich allerdings nichts wirklich Neues.

  1. Es wurden die Filmsequenzen gezeigt, die Suzuki schon auf der speziell eingerichteten Homepage (www.suzuki-vstrom.com) veröffentlicht hat.
  2. Dazu wurden die technischen Details präsentiert, die auf dieser Site auch zu finden sind.
  3. Ferner einige Infos, warum etwas so entwickelt wurde, wie es am neuen Bike zu finden ist.
  4. Zumindest meine Vermutung die kurzen Federwege und die niedrige Bodenfreiheit betreffend wurde von den beiden bestätigt: Da nur wenige Biker und die dann auch nur hin und wieder mit ihrer Reiseenduro abseits unbefestigter Wege unterwegs sind, hat man kein sehr hochbeiniges Gerät entwickelt. Bei den ausgiebigen Offroad-Testfahrten hat man keine gravierenden Nachteile ausmachen können. Mein Einwurf, daß bereits ein Bordstein beim überfahren die Fuhre aufsetzen lassen könnte, wurde verneint.
  5. Der positive Nebeneffekt dieser für eine Reiseenduro relativ kurzen Federwege und niedrigen Bodenfreiheit ist ein sehr niedriger Schwerpunkt, der die Handlichkeit erhöht.
  6. Auf meine Frage zum Sekundärantrieb erfuhr ich, daß man keinen Kardanantrieb anbietet, um das Fahrzeuggewicht so niedrig wie möglich zu halten.
  7. Auf den 13 Prozent leichteren Rahmen im Vergleich zur alten 1000er meinte man, daß die Verwindungssteifigkeit sogar höher wurde.
  8. Der Kundendienstintervall wird sich wie bei Suzuki üblich weiterhin auf nur 6000 km beschränken. Das ist sehr knapp bemessen für meine ausgedehnten Touren.
  9. Beim Probesitzen konnte man dann auch noch ausgiebig an den Schaltern und Tasten herumspielen. Zwei V-Strom standen dafür zur Verfügung. Eine im Grundzustand mit normal-hoher Sitzbank und eine mit allen Teilen aus dem Zubehörkatalog und tiefer Sitzbank.

Noch kein Mehrwert an V-Strom-Infos in den Fachzeitschriften

Bis Mitte September 2013 hatte Suzuki alle relevanten Infos zur neuen V-Strom im Internet auf der eigens dafür eingerichteten Homepage veröffentlicht:
www.suzuki-vstrom.com/de/index.html
Weitere Details kamen von Suzuki-Österreich mit den „Insider-Infos“:
www.suzuki.at/…V_STROM1000_INSIDER.pdf
MOTORRAD war die erste Zeitschrift, die Ende September 2013 einen Bericht über das Motorrad veröffentlichte. Zu meiner Enttäuschung hatten sich die Herren Redakteure aber nur an die Infos gehalten, die Suzuki für jedermann abrufbar bereits online gestellt hatte. Zudem liest sich auf der MOTORRAD-Homepage in etwa der gleiche Textinhalt wie in der Printausgabe. Ein wenig Insiderwissen oder unter-der-Hand-Infos hätte ich mir da schon erwartet!
www.motorradonline.de/…2014-suzuki-v-strom-1000
Und die Händler haben bisher auch noch nicht mehr Informationen für den Interessenten parat. Vereinzelt gibts zumindest den PDF-Ausdruck der oben genannten Suzuki-Insider-Infos.

Erste offizielle Testberichte frühestens im Januar 2014

Laut Äußerungen während der Preview-Veranstaltung in München werden im Laufe des Dezembers die Abgesandten der Motorradzeitschriften für diverse Testfahrten geladen. Wahrscheinlich dürfen die dann in warmen Gefilden kräftig am Gashahn ziehen und Kurven und Kilometer schrubben. Im Januar werden von denen dann die ersten Berichte zu lesen sein. Man wird sehen, was die Schreiberlinge unabhängig und unvoreingenommen berichten werden.

Monströs und teuer: Reiseenduros jenseits der 1000 cm³

Nicht nur des hohen Preises wegen habe ich mich mit den Bikes jenseits der 1000 cm³ erst gar nicht näher befaßt. Trotzdem möchte ich hier der Vollständigkeit halber vier dieser Vertreter auflisten, ein paar Daten nennen und wieder ein paar Kommentare loslassen.






KTM
1190
Adventure

größeres Bild
Honda
Crosstourer
 

größeres Bild
Yamaha
Super-Ténéré
XT1200Z

größeres Bild
BMW
R 1200 GS
 

größeres Bild


Preis (UVP in €)


Sekundärantrieb


Fahrfertig (kg)


Hubraum (cm³)
Zylinder


PS bei U/min
Nm bei U/min


Herstellerseite


14795


Kette


230


1195
2 (75° V)


150/9500
125/7500


klickmich


13790


Kardan


285


1237
4 (76° V)


129/7750
126/6500


klickmich


14295


Kardan


261


1199
2 (Reihe)


110/7250
114/6000


klickmich


14400


Kardan


238


1170
2 (Boxer)


125/7750
125/6500


klickmich

Auffällig sind Leistungen und Drehmomente

Diese vier Bikes sind zwar Hubraumriesen, aber ihr Drehmoment-Maximum liefern alle erst bei hoher Drehzahl. Wie schon erwähnt: Der Motor der neuen 1000er V-Strom stellt seines schon bei mittlerer Drehzahl vollständig zur Verfügung (103 NM bei 4000 U/min). Das sorgt für einen ordentlichen Bums beim Vortrieb und wird die Kontrahenten mit Sicherheit ein wenig alt aussehen lassen. Pferdestärken sind eben nur ein Aspekt bei den Leistungsangaben und werden nur allzu oft überschätzt…
1200er GS’en jagen: Ich freue mich schon darauf, mit der 1000er V-Strom die Treiber der großen GS im kurvigen Geläuf der Alpen einen nach dem anderen und voller Verachtung in die Schranken zu weisen. Das funktionierte bisher zwar auch mit einer vergleichsweise gewichtigen 1200er und 1250er Bandit. Bei einem erfahrenen GS-Fahrer hatte ich wegen seines wendigeren Untersatzes aber wenig bis keine Chancen. Da war ich dann schon mal froh, ihm wenigstens respektvoll auf den Fersen bleiben zu können.

Nebenbei bemerkt: Ich bitte meine Antipathie gegen die BMW-GS’ler nicht falsch zu verstehen!
Ich ziehe sehr wohl meinen Hut vor Bikern, die ihren Untersatz – gleich welcher Hersteller oder Modell – im Griff haben, flott und sicher voran kommen und Understatement beim Gespräch an den Tag legen.
Wie ich über die Jahre aber immer wieder beobachtet habe, ist der überwiegende Teil der GS-Besitzer das genaue Gegenteil (löbliche Ausnahmen bestätigen die Regel).
In meinen Augen ist das eine bemitleidenswerte bis verachtenswerte Klientel, die mit einem Bike solchen Kalibers lediglich ihr Prestige aufhübschen möchte. Zumeist mit sehr wenig Fahrleistung und -können, aber beim Benzingespräch (argh, was für ein dümmliches Wortkonstrukt) in der Gruppe die Klappe überheblich und großmäulig aufreißen. Da lassen sie den Coolen im peinlichen Übermaß raushängen, beweihräuchern sich selbst und lechzen nach Bestätigung und Schulterklopfern. Man kann ihnen während dieser Phasen des pubertierenden Selbstbeweihräucherns geradezu beim Wachsen zusehen. Das ist wie bei den Möchtegern-Sportwagenfahrern, die sich im Glanz des Fahrzeugs sonnen möchten, mit dem Gerät aber nicht wirklich umgehen können.
Bei solchen sprücheklopfenden Typen fange ich innerlich zu vibrieren an und mein Blut beginnt zu kochen!
Nachtrag vom 9.12.2015 zu meiner obigen Meinung: Oh weh, oh weh!
In einem GS-Forum ziehen scheinbar diejenigen über mich her, die sich wohl in obiger kurzen Zusammenfassung meiner Meinung wiedererkannt haben und sich deshalb zutiefst betroffen fühlen:
www.gs-world.eu/index.php?thread/16739-was-n-das-für-einer/

In dem Forum wird zum Teil in unfairster und niveaulosester Weise abgelästert. Aber niemand hält es dort für angebracht, mich mal anzuschreiben und nach den Gründen zu fragen, die zu meiner Meinung geführt haben. Sowas interessiert halt nicht. Hauptsache draufhauen. Außerdem müßte man dafür ja aus dem schützenden Schatten treten und sich namentlich outen, nicht wahr? Schöne anonyme Forenwelt. . .
-> Wie soll ich mir bei solchen Charakteren denn jemals eine bessere Meinung bilden?

Ein Biker hat dann aber doch einen Kommentar zu meiner schlechten Meinung hinterlassen. Eine löbliche Ausnahme eben! Das hat mich überrascht, aber auch gefreut. Zu seinem unten stehenden Kommentar und meiner doch sehr ausführlichen Reaktion: comment-1148
Von einem anderen „Informant“ aus diesem GS-Forum erfuhr ich dann noch, daß der Forumsbetreiber selbst den Thread eröffnet hatte. Zudem hat er mir gegenüber einige Forenmitglieder auch noch als „Selbstbeweihräucherer“ betitelt. Da scheinen sich die GS-Fahrer untereinander also auch nicht ganz grün zu sein. . . Bestätigt das nicht noch meine obig beschriebene Meinung?

Dieses mehr als leidige Thema lasse ich aber nicht Hauptgegenstand dieser Seite werden! Sollten wider erwarten doch noch Kommentare in diese Richtung eintreffen, werde ich die nicht mehr freischalten. Man kann mich schließlich auch per Mail erreichen. Ich behalte mir aber vor, die Inhalte solcher Kommentare und Mails auf einer Extra-Seite zu veröffentlichen – natürlich inklusive Name und Mailadresse der Absender. Schließlich sollen sich andere auch ihre Meinung bilden dürfen! 😉

Die Gewichte: Jenseits von Gut und Böse

Beim Gewicht der Stelvio mußte ich gleich mehrmals hinsehen: 296 kg! Das ist ein mehr als schwerer Brocken. Wegen dieses ungeheuren Gewichts ist sie meiner Meinung nach auf der Straße schon nicht mehr wirklich beherrschbar und selbst für leichtes Gelände eher untauglich. Von schwierigerem Geläuf ganz zu schweigen. Und wenn kein Kran zur Verfügung steht, kann man sie bei einem Umfaller gleich an Ort und Stelle liegen lassen.
Ähnliches auch beim Honda Crosstourer mit 285 kg. Und die Yamaha Super-Ténéré ist mit 261 kg auch kein Leichtgewicht. Da ist die BMW R 1200 GS mit 238 kg schon eine löbliche Ausnahme.

Sind mehr als 100 PS versicherungstechnisch ungünstig? Nein!

Die Leistungen der oben gegenübergestellten großvolumigen Bikes bewegen sich zwischen 105 und 129 PS. Immer wieder wird diskutiert und gestritten, ob diese Werte versicherungstechnisch ungünstig liegen. Selbst die einschlägigen Foren und Motorrad-Zeitschriften greifen dieses Thema immer wieder auf.
Eine Diskussion darüber ist aber absolut sinnlos, denn: Einige Gesellschaften haben die ursprüngliche 98 PS-Grenze schon vor langer Zeit auf 106 PS und andere auf 150 PS angehoben. Es soll sogar welche geben, die sie komplett abgeschafft haben.
Es bleibt also nichts anderes übrig, mal beim eigenen Versicherer anzufragen und/oder die Tarife der Versicherungsgesellschaften zu vergleichen. Online-Rechner gibts hierfür ja genügend.


Zur Beachtung:
Alle Angaben wurden mit Sorgfalt und nach bestem Wissen zusammengetragen und teilweise aus verschiedenen Quellen entnommen. Ich übernehme keinerlei Verantwortung für die Richtigkeit und Fehlerfreiheit obiger Angaben. Der Leser erklärt sich einverstanden, alle Angaben eigenverantwortlich zu nutzen.


Mein Dank an einen Bikerkollegen im hohen Norden
Zum Schluß möchte ich mich bei Götz-Tobias aus Hamburg bedanken. Mit ihm stehe ich seit einiger Zeit in unregelmäßigen aber intensiven Gedankenaustausch zum Thema „mein nächstes Bike“.

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14 Reaktionen zu "V-Strom 1000 ABS"

  1. Volker schreibt:

    Hallo Reiner,

    deine Überlegungen zum idealen Allround-Touren-Bike kann ich gut nachvollziehen. Ich teile deine Meinung, niedriges Gewicht und ordentlich Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen machen die Reiseenduro zum Allrounder.

    Als direkte Konkurrenten zur V-Strom 1000 seh ich momentan nur zwei Motorräder: Triumph Tiger Sport 1050 und KTM 990 SMT.
    Speziell die Triumph wartet auf dem Papier mit ähnlich guten Daten auf wie die Suzuki.

    Ich wünsch dir viel Spaß mit deiner neuen V-Strom 1000 und freu mich schon auf die ersten Erfahrungsberichte hier.

    Gruß,
    Volker

    • Reiner von on2r.eu schreibt:

      Kommentar:
      Hallo Volker, danke für Deinen Beitrag!

      Die Triumph Tiger Sport 1050 habe ich glatt übersehen, allerdings habe ich auch keinen Fachhändler in der Nähe. Laut Datenblatt stehen ihre 104 Nm Drehmoment erst bei 6250/min an.

      Da ich mich überwiegend in den Alpen herumtreibe, möchte ich diese Leistung bereits im unteren bis mittleren Drehzahlbereich verfügbar haben. Davon haben mich schon meine beiden großen Bandits überzeugt (zuletzt die 1250er mit 108 Nm bei 3700/min). Der Motor der neuen V-Strom müßte für meine Zwecke deshalb ideal sein.

      Die KTM 990 SMT ist im Supermoto-Bereich angesiedelt, ihre 97 Nm werden erst bei 7000 U/min geliefert. Das könnte ihr geringes Gewicht aber wieder teilweise wettmachen. Ich spekuliere mal, daß sie für längere Geländefahrten eher ungeeignet sein wird. Sie hat zwar eine relativ hohe Bodenfreiheit und lange Federwege, aber das kleine Vorderrad wird auf unbefestigtem Geläuf die Schläge eher ungedämpft an die Federung durchreichen und dadurch für eine unruhige Fahrt sorgen.
      Und die oben im Artikel erwähnten Motorprobleme bei den KTM’s kommen mir in den Sinn, sobald ich den Herstellernamen höre (siehe oben unter „Bike-Vergleich„). So lange ich von KTM dazu keine Stellungnahme finde, lasse ich von diesem Hersteller vorerst die Finger.

      Gruß, Reiner von on2r.eu

  2. Thomas schreibt:

    Hallo Rainer,
    ich stehe wie Du vor einem ähnlichen “Problem”.
    Auch ich bin fast ausschliesslich in den Bergen unterwegs. Bin aktuell mit einer F800 GS unterwegs und liebäugle momentan mit einer KTM 1190 ADV.
    Die hat bei den besagten 4000U/min aber auch schon über 100Nm.
    Trotzdem ist die VStrom schon eine Alternative. Vor allem dürfte sie bequemer sein als die F800GS und etwas günstiger als die KTM.
    Gruß
    Thomas

    • Reiner von on2r.eu schreibt:

      Kommentar:
      Hallo Thomas,

      zu Beginn meiner Recherchen stand auch KTM mit der 990 Adventure R sehr weit vorne auf meiner Favoritenliste – bis ich an mehreren Stellen von den Motorproblemen bei den hubraumstärkeren Aggregaten las. Das erschüttert die Hoffnung in die Zuverlässigkeit. Vor allem bei Touren durch Länder mit wenig entwickelter Infrastruktur mag da kein gutes Gefühl aufkommen. Und weil ich dazu von KTM keinerlei Stellungnahme fand, fiel dieser Bikebauer aus meiner Liste.
      Massive Motorprobleme gabs auch bei Bikes von BMW. Auch dort wurde das Thema offiziell totgeschwiegen. Inzwischen scheinen die Probleme aber behoben.
      Wie auch bei den betroffenen KTM’s, las man nur auf ein paar privaten Homepages und in diversen Foren davon. Von den Bikebauern erfuhr man nichts.

      Die Daten des Motors der neuen V-Strom sind in seiner Hubraumklasse wirklich bemerkenswert. Auf den bin ich schon sehr gespannt. Bleibt zu hoffen, daß sich keine Kinderkrankheiten eingeschlichen haben.
      Ein nicht von der Hand zu weisendes Argument für die V-Strom war aber auch das sehr gute Inzahlungnahmeangebot meines Händlers für meine 1250er Bandit. Und die kostenlosen Seitenkoffer sind auch nicht zu verachten. So bleibt die Neuanschaffung einige Tausender unter den möglichen Konkurrenten. Das Ersparte werde ich großzügig in meine größeren Touren in 2014 investieren.

      In jedem Fall wünsche ich Dir mit Deiner abschließenden Bikewahl viel Glück und Fahrspaß beim bergigen Kurvenräubern und allzeit genügend Straße unter den Reifen…

      Gruß, Reiner von on2r.eu

  3. Ronald schreibt:

    Hallo Reiner,
    Danke für deinen ausführlichen Bericht, der mich meiner Kaufentscheidung für die V-Strom näher gebracht hat. Ich werde jetzt dem Anruf meines Händlers freudig entgegensehen, denn zumindest eine Sitzprobe werde ich machen, bevor ich mich entscheide. Das Kofferset (wie auch das andere Zubehör) werde ich aber auf jeden Fall aus dem Fremd-Zubehör nehmen, da die Originalen zwar chic sein mögen, aber auf jeden Fall zu klein für die größere Tour mit Sozia. Auch sollte man zumindest einen Helm unterbringen können.
    Gruß
    Ronald

    • Reiner von on2r.eu schreibt:

      Kommentar:
      Hallo Ronald,

      freut mich, daß ich wie beabsichtigt eine Hilfestellung geben konnte. Bleibt zu hoffen, daß die neue V-Strom nicht mit Kinderkrankheiten überraschen wird.

      Die originalen Seitenkoffer der V-Strom mit insgesamt 55 Litern sind im Vergleich mit meinen beiden alten Kappa-Koffern mit je 40 Liter Nutzinhalt tatsächlich sehr knapp bemessen. Ein echtes Manko, wenn ein Beifahrer mitfährt. Allerdings muß ich als Alleinfahrer dann auch sehr überlegen, was ich auf meinen großen Touren zukünftig mitnehmen werde, denn den kleineren der beiden werde ich als „Werkzeugkoffer“ zweckentfremden. Das hatte ich schon bei den Kappas so gehalten. Wegen der zuverlässigen Bandits hatte ich allerdings nie wirklich vom Inhalt gebrauch machen müssen.

      Zur Helmsicherung benutze ich seit Jahren ein Kabelschloß mit Zahlencode und automatischer Kabelaufwicklung. Louis hat z.B. eines für stolze 15 Euro im Sortiment: louis.de/…10001723. eBay hat die schon für die Hälfte: ebay.de/…Kabelschloss. Bei den Discountern habe ich sie als Aktionsware auch schon vorübergehend gesehen und Amazon ist dafür ebenfalls eine gute Anlaufstelle: amazon.de/…Kabelschloss.
      Mit dieser Art von Schlössern sichere ich auch meinen Tankrucksack gegen unbefugte Mitnahme und auf langen Fährüberfahrten sogar meine Motorradklamotten am Bike. Da ziehe ich das Stahlseil einfach durch die Jackenärmel und Hosenbeine. Vorher zur Sicherheit natürlich die Taschen ausräumen.

      In jedem Fall wünsche ich Dir mit Deiner Bikewahl viel Glück und Fahrspaß und allzeit genügend Straße unter den Reifen…

      Grüße, Reiner von on2r.eu

      • Ronald schreibt:

        Hallo Reiner
        Also, ich fahre auch schon seit 2002 die Bandit Pop und habe noch nie außerplanmäßig Werkzeug gebraucht 😉 . Ich hoffe wie du auch, dass diese Qualität bei der V-Strom fortgeführt wird. Das Einzige, was mir – technisch gesehen – ein leichtes Stirnrunzeln ins Gesicht treibt, ist, dass das ABS nicht abschaltbar ist. Wahrscheinlich werde da selbst was einbauen.

        Gruß
        Ronald

        • Reiner von on2r.eu schreibt:

          Kommentar:
          Hallo Ronald,

          egal ob bei Motorrad oder Auto – wenn die Möglichkeit bestünde ein ABS abzuschalten, würde ich niemals darauf kommen, das zu tun. Ich sehe keinen Sinn und keine Vorteile darin.

          Meine damalige 1200er Bandit hatte noch kein ABS. Bei der 1250er ist dieses Sicherheitsfeature eingebaut und nicht deaktivierbar. Zum Glück muß ich sagen, denn viele italienische Straßenabschnitte werden bei Feuchtigkeit heimtückisch glatt. Erst im letzten Jahr im Trentino rette mich dieses System bei einer Fahrt im leichten Regen.
          Wie in Italien fast überall üblich, wird bei nachträglich verlegten Kabeln oder Rohren im Bereich der Fahrbahn der ausgehobene Kanal mit Beton oder Bitumen mit minderer Qualität verschlossen. Die werden bei Feuchtigkeit dann schon mal glatt wie eine Eisbahn. In einer Kehre mit einem solchen Betonflicken verloren bei gemütlichem Tempo beide Reifen die Bodenhaftung. In Schräglage rutschte ich zum Fahrbahnrand und gefährlich nahe an die Leitplanke. Das dauerte zwar nicht lange, kam mir aber vor wie in Zeitlupe. Zum Glück trat beim Bremsen sofort das ABS in Aktion. Hätte ich kein oder ein abgeschaltetes ABS an Bord gehabt, wäre meine 1250er beim Bremsen mit Sicherheit in die Leitplanke geknallt. Mein rechtes Bein wäre dabei zuerst zwischen Maschine und Planke eingeklemmt worden, bevor es mich über die Planke in die Tiefe katapultiert hätte. So aber kam ich der Leitplanke mit heftigem Herzklopfen „nur“ bis auf einige Zentimeter nahe und konnte meine Fahrt unbeschadet, aber dafür wieder mehr auf diese Reparaturflicken achtend, fortsetzen.

          Von Eingriffen in das ABS rate ich dringendst ab! Im Fall der Fälle hast Du nicht nur den Schaden, sondern auch keinen Versicherungsschutz und Ärger mit der Legislative. Als „gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr“ würde die Staatsmacht das wohl werten. Und wenn ein Richter oder Staatsanwalt auch noch „groben Vorsatz“ unterstellt, werden die sicherlich die ganz große Kelle schwingen. Wurden dann noch weitere Personen geschädigt, dann gute Nacht.

          Grüße, Reiner von on2r.eu

  4. Jorge schreibt:

    sers,

    so wie es das jägerlatein gibt, gibt es auch das motorradfahrerlatein – angeber und selbstbeweihräucherungen habe ich unter motorradfahrer – EGAL WELCHER MARKE – zu hauf‘ erlebt.

    sieht man sie dann live bzw. schaut diese jetzt modern gewordenen aber zumeist stinklangweiligen videos von irgendwelchen pässeauffahrten an, dann wird mir regelmässig schlecht.

    diese kruvenmetzelnde mopedfahrer kotzen mich an – weil sie in ihrem videowahn meist zu schnell unterwegs sind (man möchte ja auf dem video gut darstellen – warum macht man es sonst?) und andere mit ihren fahrweisen gefährden.

    dass du hier pauschal über gs fahrer her ziehst finde ich jetzt ehrlich gesagt nicht gut. jeder soll nach seiner facon seelig werden. auch unter fahrer anderer marken ist dieses latein gleichermassen verbreitet.

    ich bin die vstrom auch schon gefahren und fand sie nicht toll. zu schwer, zu behäbig und dafür zu schwach motorisiert.

    wir haben mit meiner hp2 megamoto und der ktm 1290 sdr meiner frau zwei motorräder ‚erfahren‘ bzw. gefunden, welche ihresgleichen suchen und sind von ihnen begeistert. deshalb mache ich aber eine vstrom und deren fahrer nicht schlecht.

    vielleicht ist der nächste gs fahrer den du siehst ein ganz lieber mensch. ich wünsche es dir!

    in diesem sinne …

    jorge

    • Reiner von on2r.eu schreibt:

      Kommentar:
      Servus Jorge,
      erstmal Danke für Deinen Kommentar.

      Einiges kann ich aber nicht kommentarlos so stehen lassen. Deshalb folgen jetzt ein paar längere Textpassagen. 😉

      > so wie es das jägerlatein gibt, gibt es auch das motorradfahrerlatein – angeber und selbstbeweihräucherungen habe ich unter motorradfahrer – EGAL WELCHER MARKE – zu hauf‘ erlebt.
      Dem stimme ich in jedem Fall zu! Vor allem, wenn dann mehr als drei in der Gruppe auftreten. Und da die große GS bereits seit 2004 auf dem Markt ist, glänzt die auch mit entsprechend hohen Verkaufszahlen. Da trifft man zwangsläufig oft auf übersteigerte Enthusiasten.
      Ein Negativerlebnis kommt aus meinem eigenen Bekanntenkreis. Ein Kollege hatte fast 20 Jahre nur japanische Bikes. In 2013 ist er auf eine gebrauchte BMW umgestiegen. Unglaublich, welche Wandlung dieser Mensch innerhalb kurzer Zeit durchlebt hat. Von dem kommen beinahe täglich nur noch arrogante und dümmliche Kommentare rüber. Wie soll da noch ein vernünftiges Gespräch stattfinden?

      > dass du hier pauschal über gs fahrer her ziehst finde ich jetzt ehrlich gesagt nicht gut. jeder soll nach seiner facon seelig werden. auch unter fahrer anderer marken ist dieses latein gleichermassen verbreitet.
      Aber das tue ich doch gar nicht! Wie kommst Du darauf? Da steht doch, daß löbliche Ausnahmen die Regel bestätigen. Das habe ich nicht umsonst so formuliert und da hin geschrieben! Und das steht auch nicht erst seit gestern da, sondern schon genau so lange, wie meine Meinung da zu lesen ist. Schließlich sollte es ja kein Rundumschlag werden.

      > vielleicht ist der nächste gs fahrer den du siehst ein ganz lieber mensch. ich wünsche es dir!
      An solche bin ich auch tatsächlich schon öfter geraten. Die habe ich als ganz normale und klar denkende Menschen kennengelernt, die sich nicht über ihr Motorrad identifizieren müssen. Charakterlich gefestigte Mitmenschen halt, denen das Motorradfahren an sich Spaß macht. Mit denen lassen sich auch gute und tiefschürfende Gespräche führen. Vor allem, weil es dabei dann nicht nur ums Motorradfahren geht.
      Die drängeln sich auch nicht ins Licht, sobald sie in der Gruppe auftreten und sich so verhalten, wie ich es beschrieben habe. Als „understatement“ habe ich das bezeichnet.

      Der absolute Höhepunkt ist ein Thread in einem GS-Forum. Da ziehen scheinbar diejenigen über mich her, die sich in der kurzen Zusammenfassung meiner Meinung wiedererkannt haben und sich deshalb zutiefst betroffen fühlen. Vielleicht ist Dir dieser Thread aber auch schon bekannt: http://www.gs-world.eu/…was-n-das-für-einer

      Unglaublich, was da abgeht! Was soll ich von dem Großteil der Schreiber halten? Und wie soll sich meine Meinung bei den dortigen Kommentaren jemals ändern? Die bestätigen mich doch noch geradezu!
      Von Forenregeln, Umgangston oder gute Sitten scheinen einige nicht wirklich viel zu halten. Aber das betrifft hin und wieder auch andere Foren.
      Ganz erstaunlich finde ich auch, welche analytischen Koryphäen sich da zu Wort melden um eine psychologische Fernanalyse abzugeben. Das sind echte Schenkelklopfer dabei! So gehts noch nicht mal am Stammtisch zu.

      Ein Forum ist kein rechtsfreier Raum. Über die strafrechtlichen Folgen bei Beleidigung sind sich einige Schreiberlinge in ihrem Übereifer wohl überhaupt nicht im Klaren?
      Beispiel: http://www.internet4jurists.at/news/aktuell6a.htm

      Ein paar ganz „Mutige“ aus diesem Grüppchen haben dann tatsächlich die Bewertungsfunktion am Seitenende des Artikels entdeckt und auch genutzt. In welche Richtung deren Bewertungen ging, ist klar. Einer war dabei sogar ganz fleißig bei der Sache.
      Bezeichnend ist dann auch, daß bisher kein einziger aus dem Thread den Mut gefunden hat, die Kommentarfunktion zu nutzen oder sich per Mail an mich zu wenden um mal anzufragen, wie oder bei welchen Gelegenheiten ich denn zu dieser schlechten Meinung gekommen bin. Das überrascht mich aber eigentlich in keinster Weise, denn da müßte man sich ja outen und auf eine offene Diskussion einlassen. Lieber versteckt man sich weiter hinter seinem (scheinbar) anonymen Avatar im Forum und wirft von dort mehr oder weniger unerkannt mit Beschimpfungen und Beleidugungen um sich.
      Mittlerweile ist mein Ärger über soviel „Schüchternheit“ und übler Nachrede aber ziemlich verraucht. Deshalb lege ich auch keinen wirklichen Wert mehr auf einen Kontakt aus dieser Gruppe, denn für ernst oder gar diskussionswürdig nehmen läßt sich dort m.E. eigentlich niemand.

      Demnächst werde ich aber mal die Moderatoren oder den Forumsbetreiber darauf ansprechen. Rechtlich ist zumindest der Betreiber für die Äußerungen der Forumianer mitverantwortlich. Das hat die Rechtssprechung bereits geregelt und in diversen Urteilen auch bestätigt. Da täuscht sich der Forenbetreiber wenn er meint, sich in den Nutzungsbedingungen davon distanzieren zu können.

      > ich bin die vstrom auch schon gefahren und fand sie nicht toll. zu schwer, zu behäbig und dafür zu schwach motorisiert.
      Nanu? Welche V-Strom bist Du denn gefahren? Da gibt es die 650er und die 1000er.
      Auf meiner Seite geht es um die 1000er V-Strom. Die leistet bei nur 229 kg immerhin 100 PS und 103 NM. Von schwer oder untermotorisiert kann also gar keine Rede sein. Vom sehr leichten Handling und der mehr als ausreichenden Leistung konnte ich mich schon während der damaligen ausgiebigen Probefahrt und die letzten beiden Jahre auf 36000 km überzeugen.
      In den diversen Foren und einschlägigen Fachzeitschriften urteilt man ebenso
      -> Nachtrag: Später erfuhr ich von Jorge, daß er eine 650er gefahren war.

      > wir haben mit meiner hp2 megamoto und der ktm 1290 sdr meiner frau zwei motorräder ‚erfahren‘ bzw. gefunden, welche ihresgleichen suchen und sind von ihnen begeistert. deshalb mache ich aber eine vstrom und deren fahrer nicht schlecht.
      Natürlich sind HP2 Megamoto und 1290er Super Duke echte Leichtgewichte mit entsprechend guten Handlings. Aber deren Leistungsverhältnisse lassen sich nicht als Vergleich zur V-Strom heranziehen. Vom Anschaffungspreis ganz zu schweigen. Die gehören auch in ein ganz anderes Motorradsegment.
      Wie ich schon erwähnt hatte: Ich versteife mich nicht auf die GS an sich, sondern kritisiere deren mehr oder weniger charakterlich auffälligen Fahrer. Meine Meinung habe ich über die Jahre gewonnen. Die hat sich nicht von ungefähr und von heute auf morgen gebildet, sondern über viele Jahre durch zwangsweises beobachten und zuhören während diverser Pausen oder in den Unterkünften. Genauso, wie ich das oben beschrieben habe.

      > sieht man sie dann live bzw. schaut diese jetzt modern gewordenen aber zumeist stinklangweiligen videos von irgendwelchen pässeauffahrten an, dann wird mir regelmässig schlecht.
      diese kruvenmetzelnde mopedfahrer kotzen mich an – weil sie in ihrem videowahn meist zu schnell unterwegs sind (man möchte ja auf dem video gut darstellen – warum macht man es sonst?) und andere mit ihren fahrweisen gefährden.

      -> Mit „kurvenmetzelnde Motorradfahrer“ meint Jorge die Unsitte des Kurvenschneidens und die häufiger werdenden Biker, die nicht mehr in der Lage sind, Kurven richtig (aus)zufahren.
      Das habe ich in meiner obigen Meinung so umschrieben: „Ich ziehe sehr wohl meinen Hut vor Bikern, die ihren Untersatz – gleich welcher Hersteller oder Modell – im Griff haben, flott und sicher voran kommen…“
      Allerdings schneide ich Kurven hin und wieder auch. Allerdings nur bei übersichtlichem Streckenverlauf und freier Strecke.

      Ich hoffe, ich konnte damit einiges klarer rüberbringen?

      Besten Gruß und eine gute nächste Saison, Reiner von on2r.eu

  5. Franz Horn schreibt:

    Hallo Reiner
    Ich bin auf der Suche nach einem neuen Motorrad auf Deine Seite gestoßen, weil ich die V-Strom in die nähere Auswahl gefast habe. Erstmal find ich Deine Bescheibungen Sehr informativ. Leider finde ich im Netz keinen Verlauf der Drehmomentkurve und auch über den Spritverbrauch würde ich gern mehr vergleichsmöglichkeiten haben. Mit dem Gewicht der Stelvio liegst du aber falsch, ich habe meine gewogen und es waren vollgetankt genau 275kg.
    Gruß
    Franz

    • Reiner von on2r.eu schreibt:

      Servus Franz,

      ich lasse Deine Angabe über die 275 kg Deiner vollgetankten Stelvio mal so stehen.
      Dazu kann ich nur sagen, daß das Leergewicht der Stelvio mit um die 260 kg angegeben wird. Rechne ich den Tankinhalt von 32 Litern hinzu (Dichte von Benzin ca. 0,75 g/L), müßte die Stelvio vollgetankt auf etwa 286 kg kommen.
      Das oben im Text angegebene Gesamtgewicht von 296 kg habe ich unter anderem auf dieser Händlerseite gefunden:
      http://www.motorrad-gerfer.de/moto-guzzi/stelvio-1200-8v/stelvio-1200-8v-ntx-abs.html

      Hast Du auch meinen Bericht „extremes Drehmomentloch“ zur V-Strom gelesen? Ich hatte meine V-Strom sowohl mit dem ursprünglich ausgelieferten Steuergerät, als auch mit dem Austauschgerät auf den Leistungsprüfstand geschickt. Die Leistungsdiagramme dieser Messungen habe ich übereinandergelegt und kommentiert.
      Im Gegensatz zum originalen Steuergerät (J00) war der Drehmomentverlauf mit dem ersten ausgetauschten Gerät (J01) sehr linear. Suzuki hatte danach nochmals die Steuersoftware optimiert und das Gerät erneut ausgetauscht (J02). Dadurch wurden dem Motor einige weitere Macken abgewöhnt: „das neueste Steuergerät (J02)“.

      Im Schnitt genehmigt sich meine V-Strom zwischen 5 und 6 Litern. Je nachdem, ob ich auf Landstraßen unterwegs bin, auf der Autobahn Richtung Alpen rolle, oder im niedrigen Gang beherzt die Paßstraßen im Gebirge hochjage. Diesen Verbrauch sagt zumindest die Anzeige im Tachodisplay. Überschlagsweise komme ich beim Tanken aber auch auf diese Verbrauchswerte.

      Ich weiß aber nicht, ob ich mit meiner V-Strom glücklich geworden wäre, wenn sich mein Händler wegen der beschriebenen Kinderkrankheiten nicht so sehr bei Suzuki eingesetzt hätte und für Abhilfe schaffen konnte. Das eine war das Drehmomentloch und das andere der rasselnde Kupplungskorb. Bei 50.000 km hat Suzuki den Tausch der kompletten Kupplung meiner V-Strom veranlaßt. Kostenlos.
      Viele V-Stromer haben mir aufgrund meiner Berichte ihr Händler-Leid geklagt. Da scheint es nicht wenige zu geben, die scheinbar absolut kein Interesse am Kunden haben und bei einem Mangel die Hände in den Schoß legen.

      Bei meiner letzten Tour hat mir das Steuergerät für zwei Tage eine Störung im Tachodisplay gemeldet. Über eine Brücke im Diagnosestecker konnte ich den Fehlercode im Display anzeigen: Der Sensor von Auspuffventil/klappe/Stellmotor hatte angesprochen. Bei der Heimfahrt war die Störung dann plötzlich weg.
      Bei der gleichen Tour mußte ich dann auch noch feststellen, daß die Sitzbank an einer Stelle Kontakt mit einer Benzinleitung hat und deren Kunststoffmantel an dieser Stelle auf etwa einen halben Zentimeter abgeschabt hat. Den Grund dafür konnte ich (noch) nicht finden. An der Sitzbank ist kein Schaden zu erkennen, der für einen „Durchhänger“ sorgen würde und die Gummipuffer sitzen an Ort und Stelle.

      Wenn man mich also fragen würde, ob ich die V-Strom 1000 ABS nach all den doch nicht gerade kleinen Problemen an meiner V-Strom ruhigen Gewissens empfehlen kann: JEIN.
      Fahrtechnisch ist sie allerdings ein echtes Spaßgerät!

      Auf der letzten Intermot wurde die V-Strom mit leicht veränderter Optik vorgestellt. Außerdem wurde der Motor für die ab Januar gültige Euro-4-Abgasnorm angepaßt. Nach Details habe ich bisher aber nicht recherchiert.

      Viel Erfolg für die Bikesuche!

      Besten Gruß, Reiner von on2r.eu

  6. Ralf schreibt:

    Hallo,
    habe mir vor einer Woche im Abverkauf ein 2016er Modell der V Strom 1000 gekauft, beim Abholen der Maschine auf dem Rückweg kam sie mir irgendwie stärker vor als mein Eindruck von der Probefahrt bei der Einführung der Maschinen 2014, dein Artikel brachte dann die Lösung, lag wohl an den Modifikationen des Steuergerätes, Danke für den Tollen Artikel!Das einzige was ich nicht nachvollziehen kann ist deine Kritik das die V Strom unter 1500 Umdrehungen schlecht fahrbar ist.
    Ganz Ehrlich ich hatte schon mehrer Motorräder, dabei hatte ich bis jetzt noch kein 2 Zylinder Motorrad das mann Ruckelfrei mit so niedrigen Drehzahlen fahren kann ! Fahre doch bitte mal eine Ducati Hypermotard 1100, eine KTM RC8 der ersten Version oder eine alte Ducati Monster M900 Vergasermodell, das sind 2 Zylinder Motorräder in Uhrform, die sind unter 3000 Umdrehungen so gut wie nicht Fahrbar, dann merkst du erst wie gut Suzuki am Motormanagement gearbeitet hat, ohne die Marke in den Himmel zu Loben.
    Vorteile V Strom: 100: Fahrwerk, Bremsen, Motor
    Nachteile V Strom: Kupplung, Schlecht zu dosieren (auf und zu)
    MfG

    • Reiner von on2r.eu schreibt:

      Servus Ralf!

      Die von mir beschriebenen Vibrationen und all die anderen unschönen Besonderheiten an meiner eigenen V-Strom legte das Vorführ-Motorrad nicht mal ansatzweise an den Tag!
      Diese auch für einen 2-Zylinder wirklich außergewöhnliche Schüttelei hatte Suzuki nach zweimaliger Überarbeitung des Steuergeräts beseitigt. Seither zeigt der Motor sogar runter bis 1200 U/Min (im 2. Gang sind das knapp über 20 km/h) eine sanfte Laufkultur.
      Das haben mir auch zahlreiche Leidensgenosen per Mail bestätigt. Da kam sogar Post aus UK, Kanada und Australien.
      Man sieht also, daß wenn sich die Techniker und Ingenieure Mühe geben, einem modernen 2-Zylinder durchaus ordentliche Manieren beigebracht werden können.

      Warum die von mir beschrieben Eigenarten nicht jeder Besitzer an seiner V-Strom bestätigen kann/konnte würde mit der Info meines Händlers, bzw. des Außendiensttechnikers zusammenpassen, daß „nur“ etwa ein drittel der damals ausgelieferten Bikes davon betroffen sind/waren. Was da bei der Programmierung der Steuergeräte schief gelaufen ist, wird man wohl nie erfahren.

      Aber das hatte ich ja schon alles in meinem Bericht beschrieben:
      -> extremes Drehmomentloch

      Viel Spaß und eine gute Saison mit der V-Strom

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