Navigationssystem

Publiziert im März 2014

Ein Navigationsgerät ist unterwegs in aussichtsloser Situation durchaus von Vorteil. Vor allem wenn man von der geplanten Route im Kartenmaterial allzu weit abgewichen ist, die Beschilderung mangelhaft und der Straßen- und Geländeverlauf den weiteren Weg nicht sicher erkennen lassen, der Sonnenstand wegen Wetterunbilden keine verläßliche Bestimmung der Himmelsrichtung zuläßt und kein Kompaß oder kundiger Eingeborener zur Hand ist.
Wenn überhaupt, lasse ich mich erst in einem der genannten Fälle und zu fortgeschrittener Tageszeit von einem Navigationsgerät wieder in die Spur bringen.

Es soll ja Verkehrsteilnehmer geben, die sich nur mit einem aktiven Navigationsgerät auf die Straße wagen und mit dessen Unterstützung über Land herumgurken. Solche Kameraden haben mein vollstes Bedauern! Bekommen die doch wegen der Konzentration aufs Gerät gar nicht richtig mit, was die Gegend um sie herum fürs Auge und die Sinne zu bieten hat. Eine Erkundung bekannten und unbekannten Geläufs sollte nicht überwiegend durch Orientierungsblicke auf einen Navi-Monitor abgelenkt werden.

Seitenübersicht

  1. Navigationsgerät: Medion MD 95000
  2. Navigationsgerät: Smartphone HTC HD2
  3. Navigationsgerät: Smartphone Samsung Galaxy S3 (i9300)
  4. Navigations-App: Sygic GPS Navigation
  5. Das kleine Büro für unterwegs

Navigationsgerät: Medion MD 95000

Für den Fall der Fälle war vor vielen Jahren ein PDA von Medion im Einsatz: Der MD 95000.
Das Gerät konnte „nebenbei“ mit entsprechender Navi-Software und seiner ausklappbaren GPS-Antenne navigieren. Auch wenn die Genauigkeit hin und wieder zu wünschen übrig ließ und bei einer chaotisch berechneten Route schon mal ein starkes Weitwurfgefühl in mir aufkam, leistete es in 2008 während meiner 30-Tage-Tour in Spanien und Portugal einige Male wertvolle Dienste.

In 2012 kam der Wunsch nach einem Nachfolger, denn das in die Jahre gekommene, wenn auch nur wenige Male benutzte Medion-Gerät hatte mittlerweile schon bei leichter Bewölkung seine Probleme, ein Satellitensignal ohne Unterbrechung zu empfangen. Vor allem in 2011 ließ mich das auf meiner Norwegen-Tour schon mal die Fäuste ballen und auf den Boden stampfen. Eine permanent geschlossene Hochnebeldecke und tiefhängende Wolken blockierten während meines Aufenthalts die Satellitensignale nämlich sehr zuverlässig.

Navigationsgerät: Smartphone HTC HD2

Ein vollwertiges Navigationsgerät oder ein Smartphone mit GPS-Empfänger? Nach einigen Vergleichen und viel Leserei stand die Entscheidung fest: Das Smartphone HD2 von HTC hatte meine Gunst gewonnen. Bei eBay hatte ich eines für relativ kleines Geld im generalüberholten Zustand vom Produktionsjahr 2010 erstanden. Zu meiner Freude war augenscheinlich auch das Display erneuert worden, es hatte keinerlei Kratzer. Auf der eierlegenden Wollmilchsau hatte ich auf dem sofort nach Erhalt gerootetem Gerät im Herbst 2013 zuletzt Android 4.3 installiert. An einem Tag im Januar 2014 versagte dann das Touchpad zu meinem Mißfallen immer wieder mal seinen Dienst, bis es dann schließlich nach wenigen Stunden komplett ausgefallen war. Eine Reparatur wäre durch den Austausch des Touchpad zwar sicherlich möglich gewesen, das Geld wollte ich aber dann doch lieber in was neues investieren.

Navigationsgerät: Smartphone Samsung Galaxy S3 (i9300)

Da ich mich inzwischen an die Vorzüge eines Smartphones gewöhnt hatte, kam nur wieder ein solches anstelle eines vollwertigen Navigationsgeräts in Frage.
Ein Galaxy S3 von Samsung war mein Favorit. Nach langer Suche hatte bei eBay ein Händler eines als B-Ware zur Versteigerung angeboten, u.a. mit GSM-Mobilfunk (kein LTE), Quadcore-Prozessor, 1 GB Arbeitsspeicher, 32 GB interner Speicher, per Speicherkarte um 32 GB erweiterbar und natürlich GPS.
Auf Nachfrage wurde mitgeteilt, daß ledilgich der Originalkarton geöffnet worden war. Für günstige 250 Euro erhielt ich den Zuschlag, denn auf Amazon wurde das Gerät ab 350 Euro aufwärts gehandelt. Und tatsächlich: Das Gerät hatte keinerlei äußerliche Spuren, es war nagelneu.
Als Halterung fürs S3 wird der Haicom Halter (Amazon, 12,90 EUR) zum Einsatz kommen. Dessen Saugnapf ist vom Hersteller zwar für Autoscheiben vorgesehen, hielt während meiner Tour mit der V-Strom auf Korsika und Sardinien über 6600 km bombenfest am Windschild.

Navigations-App: Sygic GPS Navigation

Nachdem ich auf meinem HTC HD2 einige Navi-Apps aus dem Google-Appstore installiert und getestet hatte, war ich schließlich bei dem von Sygic hängen geblieben: Sygic GPS Navigation. Während einer Verkaufaktion im Sygic-Shop, wo der Freischaltcode sowieso schon von 50 auf 35 Euro herabgesetzten war, bekam ich ihn inkl. sämtlicher Europa-Karten mit lebenslangen Kartenupdate und Lizenz für drei Geräte für knapp 26 Euro.
Von den kanarischen Inseln im Westen bis zur Türkei im Osten und von Norwegen im Norden bis Zypern im Süden wird das komplette Europa abgedeckt.

Die Sygic-App verrichtete auf dem HD2 zuverlässig ihren Dienst und tut das bisher auch auf dem Galaxy S3. Sie ist im Google-Playstore erhältlich und läßt sich 7 Tage uneingeschränkt testen.
 – die App im Playstore: play.google.com/store/apps/details?id=com.sygic.aura
 – den kostenpflichtigen Freischaltcode gibts im Sygic-Shop

Werbetext:Dank der hochwertigen TomTom-Karten, die auf Ihrem Android gespeichert sind (keine Internet-Verbindung erforderlich!), können Sie mithilfe der soliden Navigationsfunktionen voller Zuversicht losfahren.

Meine Erfahrungen:
Die Routenberechnung ist schnell und das Routing zum Zielpunkt ausgezeichnet. Beim HTC HD2 hatte ich bei diversen Tests allerdings festgestellt, daß bei sehr flotter Fahrt die Routeninformationen und die Ansagen einige Male um etwa 50 bis 100 Meter hinterherhinkten. Das könnte bei einer Autobahnfahrt natürlich etwas suboptimal sein, um bei einer Ausfahrt rechtzeitig reagieren zu können.
Die Ursache könnte aber mit der schon etwas ältlichen Hardware des HD2 zu tun gehabt haben. Ob sich das auch beim Samsung Galaxy S3 und später beim 7″-Tablet Asus Memo HD7 einstellen wird, werde ich hier noch nachreichen.

Ein anderer Sygic-Nutzer
hat sich die Mühe gemacht und dieses recht gut dokumentierte Video online gestellt:


-> zum Video auf YouTube

Das kleine Büro für unterwegs

In einem eigenen Artikel beschreibe ich demnächst, wie das Samsung Galaxy S3 und mit einem Kniff auch das 7″-Tablet Asus Memo Pad HD 7 unterwegs sehr gut als Ersatz für ein Net-/ Notebook verwendet werden kann. Das betrifft

  1. sowohl die Erstellung von Reiseberichten oder sonstigen Texten unter Verwendung einer Notiz- oder Office-App, Maus und vollwertiger Hardware-Tastatur über Bluetooth,
  2. als auch die Dateiverwaltung per USB-OTG (USB On-The-Go) mit den beiden genannten Geräten, um z.B. Bilder und Videos von Speicherkarten auf eine externe Festplatte mit exFAT-Dateisystem zu sichern.

Die von mir dafür verwendete Hard- und Software:

  1. Samsung Galaxy S3 (i9300) (Amazon, gebraucht ab ~120 EUR)
  2. Asus MeMO Pad HD 7 (Amazon, gebraucht ab ~100 EUR)
  3. Bluetooth-Maus “BlueTouch 243“ von i-tec (Amazon, 14,89 EUR)
  4. Faltbare Bluetooth-Tastatur von Elecom (Amazon, gebraucht ab ~30 EUR)
  5. OTG-Hub von Hebron (Amazon, 14,99 EUR)
  6. Toshiba HDTB110EK3BA (externe 2,5″-Festplatte, 1TB, Amazon, 57,90 EUR)
  7. Kingsoft Office + PDF (Office-Paket, Google-Playstore, kostenlos)
  8. Note Everything (Notiz-Programm, Google-Playstore, kostenlos)

Zur Beachtung:
Alle genannten Programme/Apps funktionierten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels auf den angegebenen Geräten. Für die Funktionsfähigkeit auf anderen Geräten oder Betriebssystemen kann ich keine Auskunft geben.
Ich verweise auf Programme/Apps, stelle diese jedoch nicht selbst her oder zur Verfügung. Ich übernehme keinerlei Verantwortung für deren Fehlerfreiheit und eventuelle Schäden, die durch die Nutzung auftreten könnten. Der Benutzer erklärt sich einverstanden, diese Programme auf eigene Gefahr hin zu nutzen.
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2 Reaktionen zu "Navigationssystem"

  1. Motomicha schreibt:

    Ein Navi – das war für mich lange Zeit unvorstellbar. Bis ich mir mal ein TomTom auf dem Drehzahmesser meiner Bandit befestigt habe. Nur um es mal auszuprobieren, der Effekt war überzeugend, denn 1. zeigt es einem Routen die z.B. mir in meinem Revier noch unbekannt waren, 2. erfährt man wie eine Strasse hinter einer Kurve oder Kuppe weitergeht, 3. zeigt das Gerät die ´wahre´ Geschwindigkeit an, was ja manchmal nicht schlecht ist …
    Aber ohne Karte kein Navi ! Es kann einen zwar lotsen, aber zum Überblick braucht es eine Karte. Und man muß das Ding möglichst auf der Sichtebene des Tachos/ Drehzahlmessers befestigt haben, dann erfasst man mit einem Blick alle Daten, das Auge muß sich nicht umadaptieren. Ich habe keine Ansage, bin sonst unkonzentriert, das ist etwas zusätzliches dem ich dann meine Aufmerksamkeit geben muß.

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