Doppelhupen

Publiziert am 24.11.2010

  an der Suzuki Bandit 1200S (Bj. 2004, WVA9, K4, Pop)

Mickrige Originaltröte

An der Originalhupe hatte ich mich von Anfang an und immer wieder gestört. Zum einen paßte sie durch den Anbauort (seitlich versetzt vom Kühler) nicht zur Gesamterscheinung des Motorades und zum anderen machte ihr Signalton klang- und vor allem lautstärkenmäßig wenig her. Es würde mich nicht wundern, wenn ich beim Drücken des Hupentasters mitunter nicht ernst genommen wurde.

Ersatzhupen

Da ich zu dieser Zeit einen Fiat Punto mein Eigen nannte, wußte ich, daß die Fiat-Tröten akustisch durchaus was hergeben und Respekt verschaffen. So besorgte ich im Schrotthandel eine Fiat-Hupe mit einem rechtsdrehenden und eine mit einem linksdrehenden Schneckenhorn. 26 € wechselten dafür den Besitzer. Vom wenigen Rost befreit und mit Rostschutz bepinselt, waren sie bereit, den Dienst der mickrigen Originalhupe zu übernehmen.

Einbauort

An meiner Bandit 1200S vom Bj. 2004 sind zu beiden Seiten hinter der Seitenverkleidung unterhalb der Oberrohre des Rahmens (unterhalb des Tanks) aufgeschweißte Metalllaschen mit Loch vorhanden. Die Funktion dieser Laschen entzieht sich meiner Kenntnis. Da dort nichts angebaut ist, bieten sie sich zur Aufnahme je einer Hupe geradezu an. Aus zwei Streifen Stahlblech hatte ich kurze Abstandshalter gebogen, damit die neuen Klangkörper nicht am Rahmen anliegen und schon waren sie dort angeschraubt. Zudem sind sie an dieser Stelle hinter der Seitenverkleidung für Neugierige so gut wie “unsichtbar”. Im Bild ist der genaue Einbauort der linken Hupe zu sehen. Die Fotos entstanden während meines Kundendienstes im März 2011, bei dem ich die Seitenverkleidung abgebaut hatte.

Stromversorgung I

Die kleine Originalhupe wurde direkt über den Hupentaster mit Strom versorgt. Die zwei vergleichsweise großen Autohupen würden ihn überlasten und so mußte wieder mal ein Relais her. Bis dahin waren bereits deren vier nachgerüstet: Eines für den Trafo der Leuchtfolie für die Tachobeleuchtung, eines für die Heizgriffe, ein Doppelrelais für Abblend- und Fernlicht und eines für die Nebelscheinwerfer. Sie alle sind am Hilfsrahmen der Verkleidung mit Kabelbindern befestigt. Ein entsprechender Kabelwust hat sich inzwischen angesammelt.

Akustik

Beim versuchsweisen Anhalten der Krawalltüten an der Motorradbatterie ging der Ton durch Mark und Bein und löste einen wohligen Schauer der Zufriedenheit aus. Zudem plärren die beiden Hupen in etwas unterscheidlicher Tonlage, was entfernt an eine Fanfare erinnert.
Nachdem alles verbaut, verkabelt (inkl. eingeschleifter Sicherung) und die Verkleidung wieder montiert war, blieb allerdings der Verdacht, daß die Verkleidung einiges vom Schalldruck zurückhalten könnte. Das bestätigt sich aber nicht in dem Maße wie befürchtet.

Obacht, hier komm ich…

Durchaus beeindruckend, was mein Moped seither für eine Geräuschkulisse beim Druck auf den Hupentaster von sich gibt. Nun besteht allerdings die Gefahr einer Verwechslung: Es könnten nämlich meine Hupen eher mit einem großen Fahrzeug und nicht mit einem Motorrad in Verbindung gebracht werden. Und der Eine oder Andere Fußgänger am Wegesrand könnte durchaus vor Schreck zur Salzsäule erstarren.

Nachlassende Akustik – Stromversorgung II

Nun ist meine Motorradbatterie nicht mehr die Jüngste und hat schon fast 90.000 km ihre treuen Dienste verrichtet. Fahre ich mit eingeschalteten Nebelscheinwerfern, bleibt es leider nicht aus, daß sich bei mehrmaligem Hupen die respektvolle Akustik der beiden Elektrotröten im schlimmsten Fall in ein blechernes Krächzen verwandelt.
Im Frühjahr 2011 löste deshalb eine neue Batterie die Alte ab. Aber leider brachte der Austausch keine Besserung: Lichtmaschine und Batterie sind dem Stromhunger aller Verbraucher einfach nicht gewachsen.


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