USB-Ladegerät am Bike

Publiziert im Oktober 2016

Ein Smartphone als Navigationsgerät


Samsung S3 (i9300) zur Navigation

Über die Jahre wurde mir auf meinen größeren Touren die Kartenfalterei ganz enorm lästig. Deshalb schaffte ich mir zur Navigation für meine Griechenland-Tour in 2010 ein Medion MD 95000 an, das ich wegen unzuverlässiger Lademöglichkeit während der Fahrt aber nur sporadisch nutzten konnte.
Später kam ein Smartphone HTC HD2 ins Haus. Auf dem war der TomTom Navigator 6 mein Richtungsweiser. Für das HD2 konnte ich damals zumindest schon den Ladestrom vom Bordnetz mit einer kleinen Eigenbau-Elektronik sicherstellen, die die überschüssige Spannung von 12-14 auf relativ konstante 5 Volt in Wärmeenergie umwandelte und für eine rechte Hitzeentwicklung sorgte.
Danach folgte ein generalüberholtes Samsung S3 (i9300). Auf dem setze ich hauptsächlich eine Navi-App von Sygic aus dem Google-Playstore ein. Das S3 hat sich zwar schon ein paar Macken am Gehäuse und einen Glasschaden eingefangen, verrichtet seinen Dienst aber noch tadellos.


Saugnapf-Halter für (m)ein Samsung S3
mit zusätzlicher Leinen-Sicherung
Befestigt ist das S3 am Windschild mit einem Saugnapfhalter von Haicom (bei Amazon ca. 15 €). Der hielt bisher auf meinen Touren äußerst zuverlässig. Falls die Saugkraft doch mal nachlassen sollte, habe ich ihn vorsorglich mit einer dünnen Leine gesichert.

Meine Touren recherchiere und plane ich am heimischen PC und erstelle die gewünschten Routen mit dem bestens dafür geeigneten ITN-Converter (Freeware). Wer schon einmal in GoogleMaps eine Strecke mit Wegpunkten, bzw. Zwischenzielen erstellt hat, kommt mit dieser Software bestens zurecht.
Der ITN-Converter kann unterschiedliche Dateiformate lesen als auch schreiben und unterstützt somit eine sehr große Zahl von auf dem Markt erhältlichen Navigationsgeräten. Man muß nur wissen, welches Dateiformat das eignene Navi lesen und darstellen kann.
Im meiner Geräte-/App-Konstellation werden die mit ITN erstellten Dateien mit den Etappen durch simples kopieren vom PC in den entsprechenden Sygic-Ordner auf dem S3 übertragen. Nach dem Start der App stehen die im Favoriten-Menü zur Auswahl bereit. Einfacher und komfortabler geht es kaum.

Jetzt zum eigentlichen Thema: Ladestrom aus dem Bordnetz für (m)ein Navi


Bordsteckdose bei der V-Strom 1000 ABS

Der Akku meines alten Samsung S3 hält während der Navigation mindestens 2 Stunden durch. Nach spätestens 3 Stunden ist meist Schluß. Weil ich auf meinen Tagestouren aber zwischen 6 und 9 Stunden unterwegs bin, mußte eine passende Lösung für eine entsprechend ausdauernde Stromversorgung gefunden werden.
Da bietet sich ein USB-Ladestecker für eine 12-Volt-Bordsteckdose geradezu an. Eine solche Bordsteckdose findet man landläufig im Kfz-Bereich. Zufällig ist meine 1000er V-Strom ab Werk mit einem solchen Gimmick in der Instrumenteinheit bestückt. Die wird über die Zündung mit Strom versorgt und ist per Schmelzsicherung im Sicherungskasten abgesichert.

Licht und Schatten

USB-Ladegeräte für den Kfz-Bereich gibt es z.B. bei eBay in allerlei Ausführungen und kleines Geld. Zwei dieser Gerätschaften hatten mich absolut enttäuscht. Schade ums Geld und den Zeitaufwand.


USB-Ladestecker für vorhandene Bordsteckdose

Der eine war als Ladestecker für eine vorhandene Bordsteckdose konzipiert und funktionierte über ein Jahr auch problemlos, wurde von meinem S3 als Ladequelle aber plötzlich nicht mehr erkannt. Seine blaue Betriebs-LED leuchtete zwar, aber eine Stromspende war nicht möglich. Der Tausch des USB-Kabels brachte auch kein anderes Ergebnis.
Vermutlich habe ich das aber selbst verursacht, denn weil Samsung nach Android 4.3 Jelly Bean die Updates für das S3 einstellte, gönnte ich ihm ein Custom ROM mit abgespecktem Android 6.0.1. Das traf zeitlich in etwa mit dem Unwillen des Ladesteckers zusammen.


Powerbank Anker Astro E1

Bei den beiden damals zusätzlich gekauften Ladesteckern (einer fürs Auto und einer zur Reserve) leuchteten wie zum Trotz die Betriebs-LEDs. Für einen Ladevorgang am Samsung S3 waren sie aber auch nicht bereit.
Deshalb war ich ersatzweise mit einer qualitativ hochwertigen Powerbank von Anker mit 5200 mAh Kapazität und bis zu 2 Ampere am Ausgang unterwegs (bei Amazon ca. 15 €). Dieser kleine Energieriegel fand im Tankrucksack seine Heimat und ermöglichte inkl. vollem S3-Akku (2100 mAh) eine Navigation von bis zu 10 Stunden. Danach waren der S3-Akku und die Powerbank in der Regel ziemlich am Ende.


USB-Diagnosestecker

Neugierig wie ich bin, werde ich diesen Ladesteckern auf den Pelz rücken. Dazu habe ich einen USB-Diagnosestecker für ein paar Euro bestellt. Der wird ebenfalls in Asien hergestellt. Wenn er nach seiner mehrwöchigen Reisezeit eingetroffen ist, beginnen die „Testreihen“.


USB-Ladestecker mit eigener 12V-Normbuchse
unbrauchbar wegen herstellerseitigem Kurzschluß

Der andere brachte eine eigene Bordsteckdose für den Festeinbau mit, in der er wackel- und damit kontaktsicher einrastet.
Eine gute Idee. Aber leider hatte dieser Ladestecker als besonderes Schmankerl einen ab Werk eingebauten Kurzschluß.
Ganz im Sinne einer Schmelzsicherung hat die nach Einschalten der Zündung den Stromfluß unterbrochen.

In einem Forum fand ich das etwas kummervolle Posting eines Bikers, der ein solches asiatisches USB-Ladegerät für den Festeinbau erstanden hatte. Das war ebenfalls mit einem eingebauten Kurzschluß ausgestattet. Weil er es ohne Sicherung betrieben hatte, begann es zu schmoren und hat sich in die Instrumenteinheit geschmolzen. Dabei hatte er noch Glück, weil kein Brand oder größerer Schaden entstanden war. Ich bin zwar kein Elektro-Profi, aber für einen solchen dilettantischen Anfängerfehler kann ich kein Mitgefühl aufbringen.
Wie dem auch sei – für den nächsten „Versuch“ hatte ich mich für das nachfolgende Modell entschieden, das fest am Fahrzeug verbaut wird.

Bisher optimalste Lösung: Ein in der Instrumenteinheit fest eingebautes Ladegerät


im Austausch gegen die Bordsteckdose
oder an geeigneter Stelle einzubauen

Nach diesen herben Enttäuschungen gab ich einem dritten asiatischen eBay-Händler eine Chance. Bei dem kaufte ich ein USB-Ladegerät, das gegen eine vorhandene 12 Volt-Bordbuchse ausgetauscht oder an geeigneter Stelle montiert wird.
An dem lassen sich zwei USB-Geräte gleichzeitig laden. Laut Artikelbeschreibung und Aufdruck an der Gehäusefront stellt eine USB-Buchse 1 Ampere und die zweite 2,1 Ampere zur Verfügung.
Mit dieser Gerätschaft ist auch gleich das Problem einer unzuverlässigen Kontaktsicherheit von Stecker und Buchse gelöst. Die klobigen 12V-Norm-Verbindungen verlieren bei Erschütterungen nämlich gerne den Kontakt, was den Ladevorgang unterbricht.
Ein Anschlußkabel wurde nicht mitgeliefert und muß selbst konfektioniert werden. Da ist es am einfachsten, das vergossene Kabel an der originalen Borsteckdose bis auf einige Zentimeter abzuschneiden – für den Fall, das die mal wieder Verwendung finden sollte.
Weil die Suzuki-Techniker etwas sparsam mit der Kabellänge zur Bordsteckdose waren, habe ich das verbliebene kurze Stück verlängert. Die beiden Flachsteckkontakte am USB-Lader sind gängiger Standard. Deshalb habe ich entsprechende Stecker an meine Kabelverlängerung gelötet, falls ich den Lader mal schnell ausbauen möchte. Natürlich könnten die Kabel auch direkt an die Flachstecker des Laders gelötet werden. In jedem Fall aber unbedingt auf richtige Polung achten und isolieren (z.B. mit Schrupfschlauch).
Auf meinen kleinen und großen Touren in 2016 hat dieses Ladegerät seine Praxistauglichkeit auf vielen 1000 km bewiesen.

Pflichtübung: Instrumenteneinheit der 1000er V-Strom demontieren

Jetzt muß ich aber noch hinterherschieben, daß die Instrumenteneinheit der 1000er V-Strom abgebaut werden muß, um den Ausbau/Austausch der Bordsteckdose zu bewerkstelligen.
Eine gute Anleitung hierzu ist unter www.webbikeworld.com/motorcycles/suzuki-v-strom-1000-abs/headlight-bulb/ zu finden.
Das eigentliche Thema dort ist der Austausch der Scheinwerferlampe. Weil aber auch hierfür die Instrumenteneinheit abgebaut werden muß, kommt diese Beschreibung gerade recht.
Die Texte sind zwar in englischer Sprache, bei der Fülle der Abbildungen bleibt aber keine Unklarheit.

alternativer Selbstbau-Lader


USB-Ladestecker für vorhandene Bordsteckdose

Wer keine Bordsteckdose am Fahrzeug hat oder vor einer festen Einbaulösung zurückschreckt, dem könnte nebenstehende Lösung ein Anreiz sein. Die hat mir auf den Touren mit meiner damaligen 1250er Bandit gute und zuverlässige Dienste geleistet.
Auf dem unteren Foto ist recht gut zu sehen, wie ich ein USB-Ladegerät mit einem Cinch-Stecker nachgerüstet hatte. Ursprünglich war das zum Stecken in die Bordsteckdose gedacht.


umgebauter USB-Ladestecker

Ladegerät öffnen, Erdungsbügel entfernen, Kabel an die vorhandenen Kontakte löten und am ursprünglichen Kontaktstift herausführen. Cinch-Stecker an die Kabelenden löten, fertig.
Ein Zuleitungskabel mit Cinch-Buchse hatte ich inkl. Sicherungshalter direkt an die Batterie geklemmt. So kann das USB-Ladegerät jederzeit abgesteckt und ein anderer 12V-Verbraucher mit entsprechendem Stecker angestöpselt werden.
Das umgebaute USB-Ladegerät hatte ich unter der Sitzbank verstaut und ein entsprechend langes USB-Kabel etwas versteckt unter dem Tank zum Navi am Windschild geführt.
-> Wichtig: Um Kurzschlüsse bei Kontakt des unisolierten Kontaktrings der Cinch-Verbinder mit Metallteilen zu vermeiden sollte der unbedingt für den Masseanschluß verwendet werden!
-> Ich kann nicht oft genug darauf hinweisen: Beim Basteln an Elektrogeräten immer auf richtige Polung achten, keine Kurzschlüsse einbauen und in diesem Beispiel eine Sicherung (max. 5 Ampere) in das Zuleitungskabel einschleifen!


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