Heizgriffe

Publiziert am 26.10.2010

  an der Suzuki Bandit 1200S (Bj. 2004, WVA9, K4, Pop)

Gegen Tiefkühlgriffel


Daytona-Heizgriffe
Auf Kurztour Ende Oktober 2005 in Österreich: Frühmorgens führt der Weg durch ein enges und lang gezogenes Gebirgstal, in das erst gegen Mittag die ersten wärmenden Sonnenstrahlen gelangen und den glitzernden Reif wegputzen.
Trotz Winterhandschuhen wurden die Griffel zuerst nur etwas klamm, doch dann verloren sich mit jeder Minute mehr das Gefühl für Kupplung und Bremse. So stand ich schließlich bestimmt eine viertel Stunde am Wegesrand und wärmte meine Hände im Abgasstrom und am wohlig warmen Motorblock.
Dieses unerfeuliche Erlebnis hat mich dazu bewogen Heizgriffe zu verbauen. Zu meiner Freude gab es kurz darauf bei Louis Daytona-Heizgriffe (Artikel-Nr. 10032048), für 29,95 € statt 59,95 €.

Warmduscher?

Ausgerechnet ein Bekannter, der im Jahr nach eigener Einschätzung die sagenhafte Strecke von etwa 500 Kilometern (!) auf seiner antiquierten Suzuki runterreißt, am liebsten geradeaus fährt, wie er immer wieder betont, und bei schlechtem Wetter schon gleich gar nicht auf den Bock steigt, bezeichnete mich ob diesen Vorhabens als Warmduscher. Ich würdigte dem Kommentar dieses Kurvenparkers außer einem verächtlichen Seufzer natürlich keine einzige Silbe.

Elektrischer Anschluß


Schaltrelais
Angeschlossen habe ich die Heizgriffe mit einem Relais, ebenfalls von Louis (Artikel-Nr. 10032035), und einer zwischengeschalteten Sicherung, direkt an der Batterie. Geschaltet wird das Relais über das Abblendlicht, dessen Stromzuführung ich dazu angezapft habe. Dadurch kann die Batterie bei ausgeschalteter Zündung nicht entladen werden, falls ich mal vergessen sollte die Heizgriffe abzuschalten, oder jemand am Schalter rumspielt.

Demonatge der alten Griffgummis

Obwohl die Original-Griffgummis auf die Lenkerenden geklebt waren, bekam ich sie ohne Beschädigung herunter. Wer sie nicht mehr braucht kann sie auch runterschneiden, ansonsten:
Man schiebt einen ausreichend langen Schraubenzieher zwischen Gummi und Rohr und dreht am Schraubendrehergriff. Da der Griffgummi einen höheren Reibwiderstand hat als das Lenkerrohr, „rollt“ der Schraubendreher regelrecht am Gummi entlang und zerstört dabei die Klebeverbindung. Danach läßt sich mit ziehender und drehender Bewegung der Griffgummi abziehen. Dann die Kleberreste an den Lenkerenden mit z.B. Verdünnung oder Aceton gründlich entfernen und mit der Montage der Heizgriffe kann begonnen werden.

Montage der Heizgriffe

Vor der Montage sollte noch die Innenseite der Heizgriffe mit Verdünnung oder Aceton und einem fusselfreien Tuch etwas gereinigt werden. Nun dürfen die Heizgriffe aber nicht einfach auf die Lenkerenden aufgedreht werden, da sonst das innen liegende Drahtgeflecht beim Verdrehen des Gummis zerstört werden könnte. Ganz leicht und ohne großen Kraftaufwand lassen sie sich montieren, wenn man die Lenkerenden ausgiebig mit Kleber benetzt. Solange der Kleber nicht ausgehärtet ist, hat er eine Schmierwirkung und die Gummis lassen sich dadurch relativ leicht aufschieben.
Beim Gasgriff ist etwas Feinfühligkeit gefragt, da dieser Kunststoff-Drehgriff einige längs verlaufende Kunststoffstege hat, die ein durchrutschen des Griffgummis verhindern sollen. Entgegen einer anders lautenden Montageanleitung mußte ich diese Stege nicht entfernen.

Geeigneter Kleber

Nun war noch das Problem der richtigen Kleberwahl. Mit Pattex hielten die Griffe nur kurze Zeit ihre Position, danach war die Klebeverbindung nicht mehr vorhanden und sie drehten sich. Mit einem Kraftkleber, den Lidl zweimal im Jahr im Sortiment hat, war ich dann erfolgreich. Seit Ende 2005 halten die Griffe bombenfest.

Info aus dem Internet

Zufällig lese ich später auf der Homepage von Armpas, daß er die gleichen Heigriffe verbaut hat. Dort schreibt er über eine stufenlose Universal-Heizungsregelung, die es beim Enduro-Stammtisch fix und fertig aufgebaut und käuflich zu erwerben gibt. Einige Zeit war ich drauf und dran, mir das Modul zu besorgen. Da ich aber wohl kein Ganzjahresfahrer werde und ich die Griffheizug nur einige Minuten bei Bedarf in Betrieb habe, sehe ich davon ab.

Mein Fazit

In einem Forumsbeitrag mußte ich lesen, daß einem Nutzer dieser Heizgriffe die Heizleistung auf Stufe eins zu gering sei. Nun weiß ich ja nicht, ob dieser Biker auch bei Minustemperaturen unterwegs ist. Mir reicht die Heizleistung bei dieser Stufe und Außentemperaturen um 5 Grad über Null vollends aus, um meine Patschehändchen auch bei einer längeren Autobahnfahrt warm zu halten – entsprechendes Handschuhwerk vorausgesetzt.


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