Zusatzscheinwerfer

Publiziert am 26.10.2010

  an der Suzuki Bandit 1200S (Bj. 2004, WVA9, K4, Pop)

Beklagenswertes Originallicht

Die werksseitig verbaute Beleuchtungseinheit meiner Pop-Bandit vom Baujahr 2004 ist schön anzusehen und ausgezeichnet in die Halbverkleidung integriert. Doch auch bei optimaler Scheinwerfereinstellung sind die Leuchtqualitäten des Nachts oder in unbeleuchteten Tunneln überhaupt nicht als zufriedenstellend zu bezeichnen. Das ist leider eine Tatsache.
Im Vergleich zu einem Teelicht hat das Abblendlicht auch nicht mehr Leuchtkraft. Und bei anderen Bikes scheint deren Abblendlicht schon mal das Fernlicht der Bandit zu übertreffen.

Optimierungsversuch


Originallicht in Funzelstärke

Legal

Die Ansteuerung der Scheinwerfer über ein Relais und größere Kabelquerschnitte vollbringen auch keine Wunder, sondern nur eine mäßige Verbesserung, wie ich selbst feststellen mußte. Auch wenn das Ergebnis einer solchen Optimierung in diversen Foren und auf Internetseiten mitunter hochgelobt und als „Must-Have“ bezeichnet wird – da ist wohl der Wunsch der Vater des Gedanken, hat mit der Realität absolut nichts gemein und ist somit den Aufwand nicht wert.

Illegal

Manche behelfen sich mit stärkeren Leuchtmitteln, andere haben sogar Xenonlichter verbaut. Bei diesen beiden „Alternativen“ erlischt nach deutschem Recht jedoch die Betriebserlaubnis, was den Verlust des Versicherungsschutzes bedeutet. Allerdings kann ich bestätigen, daß das Aufrüsten der Fernlichtlampe auf 100 Watt eine erhebliche Steigerung der Lichtausbeute bringt. Anderswo wurde die Vermutung geäußert, daß sich bei der dadurch höheren Wärmeentwicklung gegenüber zur Originallampe diverse Teile der Lampenmaske verformen oder farblich verändern könnten. An meiner 1200’er konnte ich über einen größeren Zeitraum nichts dergleichen feststellen.

Deutsche StVZO und EU-Gesetzgebung

Sucht man im Internet nach Informationen, welche und wie viele Scheinwerfer am Motorrad angebaut sein dürfen, findet man allerlei widersprüchliche Informationen. In manchen Foren kommt es einen mitunter so vor, als ob da viele Wichtigtuer unbedingt die Halbwahrheiten ihrer Stammtischsitzungen an den Mann / die Frau bringen müßten.

Deutsche StVZO erlaubt keine zwei bauartgleichen Zusatzleuchten

Ganz klar beschreibt der Paragraph 52 der StVZO die deutsche Rechtslage. Der betreffende Abschnitt „Zusätzliche Scheinwerfer und Leuchten“ daraus:

  • Krafträder, auch mit Beiwagen, dürfen mit nur einem Nebelscheinwerfer ausgerüstet werden.

Das heißt also: Ein Nebelscheinwerfer darf in jedem Fall das Motorrad schmücken.

Da stellt sich aber die Frage, warum (nicht nur) viele BMW-Motorräder mit zwei gleichartigen Zusatzscheinwerfern am Sturzbügel rumfahren. Haben die Weiß-Blauen da für sich wieder ein paar Verodnungen „zurechtgebogen“, ähnlich wie bei den Xenonscheinwerfern, die entgegen der sonst allgemeingültigen deutschen StVZO an deren Motorrädern ohne einer vorgeschriebenen Scheinwerferreinigungsanlage und ohne automatische Leuchtweitenregelung verbaut sind?

EU-Recht erlaubt jeweils zwei bauartgleiche Zusatzleuchten

Das mit den Xenonscheinwerfern wird wohl unergründlich bleiben, zumindest die Frage nach einem Paar Nebelscheinwerfern läßt sich relativ einfach beantworten, wenngleich sie auch der deutschen StVZO widerspricht – die EU hat da nämlich ihre Finger im Spiel. Die Richtlinie 93/92/EWG (hier als PDF) und der Anhang IV zur Richtlinie 93/92 EWG beleuchten die Hintergründe.

Wie jetzt? Ein einzelner Scheinwerfer oder ein Paar?


Zulassungsbescheinigung Teil 2
Anhand der Informationen aus dieser Richtlinie und ihrem Anhang reicht ein klärender Blick in die Zulassungsbescheinigung Teil2 aus um zweifelsfrei festzustellen, ob sich nur ein oder aber zwei gleichartige Scheinwerfer am Motorrad befinden dürfen. Es ist nämlich unwichtig wann das Motorrad zugelassen wurde, auch wenn das immer wieder so dargestellt wird.
Es ist nur relevant, ob das Motorrad eine Allgemeine Betriebserlaubnis (Zulassung nach StVZO) oder aber eine EG-Typengenehmigung (Zulassung nach EU-Recht) hat:

  1. Hat das Feld K bei „Nummer der EG-Typgenehmigung oder ABE“ einen Eintrag, dürfen je zwei Nebel- und zwei Fernscheinwerfer am Motorrad mitfahren.
  2. Hat stattdessen aber das Feld (17) bei „Merkmal zur Betriebserlaubnis“ einen Eintrag (wie im obigen Beispiel-Bildausschnitt), dürfen leider nur je ein Nebel- und ein Fernscheinwerfer montiert sein.

Meiner Meinung nach hat der TÜV Süd leider die Möglichkeit verpaßt, in seinem sonst informativen PDF-Flyer „Motorrad-Beleuchtung“ darauf einzugehen und aufzuklären. Stattdessen steht darin auf Seite 5 als allgemeiner Hinweis lapidar „Nach deutschem Recht ist nur ein Nebelscheinwerfer zulässig, nach EG-Recht (Anhang IV zur Richtlinie 93/92 EWG) dürfen auch zwei solche Scheinwerfer montiert werden“.

Keine Kontrollleuchte erforderlich

Laut telefonischer Auskunft eines Mitarbeiters des TÜV in D-84048 Mainburg ist keine Kontrollleuchte beim Betrieb von Nebelscheinwerfern am Motorrad erforderlich.

Meine favorisierten Nebel-Zusatzscheinwerfer

Welche Eintragungen der Fahrzeugbrief meines Motorrades enthält, sei hier dahingestellt. Schlußendlich habe ich mich für mehr Licht am Bike entschieden und fast ein Jahr mehr oder weniger intensiv nach einer lichtstarken Alternative gesucht.
Beim Motorrad-Zubehörhändler Polo hatte ich eine NoName-Alternative mit E-Zulassung gefunden. Das Paar für 99,95 €. Dieser Komplettsatz beinhaltete Befestigungsmaterial, einen Kabelbaum mit Relais und einen Schalter zur Montage am Lenker.
Nachtrag I: Die Nebelscheinwerfer sind im Shop nicht mehr zu finden. Eine alternative und bauartähnliche Ausführung könnten diese mit blauer Linse und E-Zulassung mit der Best.-Nr. 60290003950 für 39,95 € pro Stück sein. Allerdings scheint es da keine Kabel, kein Relais und auch keinen Schalter zu geben.
Nachtrag II: Eine weitere Alternative mit E-Zulassung könnten rechteckige Micro-Nebelscheinwerfer für 23,95 € pro Stück mit der Best.-Nr. 60290003740 sein. Kabel, Relais und Schalter werden auch hier nicht erwähnt.
Nachtrag III: An meiner 1000er V-Strom habe ich extremst günstige LED-Tagfahrlichter montiert. Allerdings haben die keine Zulassung.

Übertriebene Auskünfte eines Polo-Mitarbeiters

Auf telefonische Nachfrage erklärte mir ein Mitarbeiter der Service-Hotline von Polo, diese für 99,95 € günstige Variante würden den teureren Nebelscheinwerfern von SW-MOTECH im Polo-Sortiment entsprechen (die gab es im Shop für 129,95 € das Paar) und vielleicht sogar vom gleichen Band laufen. Sehr vollmundig diese Aussage. Und zudem eine Irreführung. Denn als ich später die beiden Leuchten verglich, zeigte sich ein ganz erheblicher und unübersehbarer Unterschied in der Gehäuseform.
Meine nächste Frage an den freundlichen Herrn richtete sich nach dem Austausch eines evtl. defekten Leuchtmittels. „Das geht ganz einfach“, meinte der: „Den Deckel am hinteren Teil des Gehäuses abschrauben, defekte H3-Birne raus und eine neue aus dem Kfz-Zubehörhandel rein, Dichtung sauber einlegen, Deckel draufschrauben und fertig“. Auch diese Auskunft sollte sich als falsch erweisen, wie ich später feststellen mußte, näheres dazu weiter unten unter „Konstruktionsmangel der NoName-Brenner“.
Der Hintergrund dieser Frage war die Info eines eBay-Händlers, an seinen augenscheinlich gleichen Scheinwerfern müße bei einem Leuchtendefekt der komplette Ellipsoid-Glaskörper getauscht werden, weil die Lampe dort integriert sei. Im Fall der Fälle eine teure Angelegenheit.

Lichtausbeute der NoName-Brenner


Hauptlicht und Nebler
So habe ich also ein Paar der NoName-Nebelscheinwerfer bei Polo gekauft und mit beliegendem Anbaumaterial unterhalb der Lampenmaske ans Bike gebastelt. Was soll ich sagen? Vor allem bei Fahrten durch schlecht oder überhaupt nicht beleuchtete Tunnel ein großer Unterschied zum Originallicht. Entsprechend eingestellt, leuchten sie den Bereich vor dem Motorrad gut aus und zu beiden Seiten wird durch den relativ weit gefächerten Lichtkegel nun auch Licht ins Dunkel gebracht. Nebelscheinwerfer sind im Gegensatz zu Fernscheinwerfern keine Weitstrahler, deshalb darf man sich bei der Ausleuchtung nach vorne keine Wunder erwarten.

Einbau / Einbauort

Von vornherein stellte sich die Frage nach dem Ein-, bzw. Anbauort. BMW-Lenker tun sich leicht, werden hier die Zusatzscheinwerfer doch ganz einfach an den Sturzbügel montiert.
Der einzig passende Ort an der Bandit aber ist wohl unterhalb der Lampenmaske. Zudem müssen laut Vorschrift Nebelscheinwerfer niedriger als der Hauptscheinwerfer angebracht werden. So habe ich das Verkleidungsteil unterhalb der Lampenmaske ausgebaut. Dieses Kunststoffteil wird von zwei Schrauben und vier Clipsen gehalten, so muß nicht die ganze Verkleidung demontiert werden.

Licht an!
Mit diversen Hilfsmitteln habe ich die Bohrlöcher an dem Verkleidungsteil für die beiden Scheinwerferhalter ermittelt, damit die Strahler mittig sitzen und später auch schön geradeaus leuchten, da die Halter nur eine kleine nachträgliche Justage nach links oder rechts erlauben. Die Höheneinstellung kann dagegen sehr großzügig erfolgen, hierfür sind nur zwei Schrauben je Strahler zu lockern.
Das Verkleidungsteil mit den Brennern und den Lenkerschalter ans Bike montiert, habe ich die Stromkabel direkt an die Batterie geklemmt und das Relais mit Kabelbindern am Hilfsrahmen der Frontverkleidung befestigt. An meiner Garagenwand habe ich die Strahler eingestellt, damit die Lichtkegel in einer Höhe sind.

Abmessungen der Scheinwerfer und Einbaumaße


Abmessungen
Die Abmessungen der Polo-Scheinwerfer und einige Maße vom Einbau an meiner Bandit 1200S vom Baujahr 2004:
Von Vorne gesehen mißt der sichtbare Teil der Ellipsoid-Linse 39 mm im Durchmesser, das ovale Metallgehäuse in der Breite 70 mm und in der Höhe 55 mm, wobei der Scheinwerferhalter mit weiteren 5 mm in der Höhe zu Buche schlägt.
Die Länge über alles mißt 102 mm, davon ragt der Glaskörper der Linse 12 mm aus dem Gehäuse. Das ovale Teil des Gehäuses, in dem der Ellipsoid-Glaskörper sitzt, ist 60 mm lang. Der hintere Teil, aus dem das Stromkabel führt und von dem sich der Gehäusedeckel abschrauben läßt um die H3-Birne austauschen zu können, ist 30 mm lang.
Beide Scheinwerfer nebeneinander mit 5 mm Abstand zwischen den Schrauben zur Höhenverstellung nehmen sich 145 mm Platz.

Gesehen werden

Beim Betrieb aller Scheinwerfer wird ein auf dem Kopf stehendes Lichtdreieck gebildet (siehe Bild oben). Diese Form ist nicht alltäglich und dürfte deshalb auch am Tag für mehr Beachtung von entgegenkommenden Verkehrsteilnehmern sorgen.
Bei Autobahnfahrten in die nahe gelegenen Alpen kommt es mir seither so vor, als ob die vorausfahrenden Fahrzeuglenker vermehrt und früher die linke Spur für mich freimachen.

Konstruktionsmangel der NoName-Brenner

Bereits bei meiner zweiten Tagestour mit den Zusatzscheinwerfern in die Alpen ist dann tatsächlich an einem die H3-Birne durchgebrannt. Beim Öffnen des massiven Metall-Scheinwerfergehäuses in der heimischen Garage staunte ich nicht schlecht: Die Birne ist am Zuleitungskabel nicht gesteckt, nein, wegen der Hitzeentwicklung ist das Kabel dort angeschweißt! Äußerst unerfreulich. Eigentlich hätte ich das reklamieren sollen, entschied mich dann aber dazu, das Zuleitungskabel abzutrennen und an den Kontakt der neuen Birne mit Hilfe einer kleinen Zange und etwas Biegearbeit zu pressen. Dazu habe ich natürlich das kurze Kabel von der neuen Birne erst mal abknipsen müssen. Eine Lötverbindung kommt wegen der hohen Hitzeentwicklung nicht in Frage und den Versuch, das Kabel mit einem geeigneten Kabelschuh zu versehen, mußte ich aufgeben, da im Gehäuse einfach nicht ausreichend Platz zur Unterbringung vorhanden ist. Die Reparatur mit dieser Bastelei war erfolgreich. Den Rest des Jahres und während einer Tour durch Italien und Griechenland traten keine weiteren Beleuchtungsausfälle auf.

Nachteil: Reduzierter Federweg und Abdrücke auf dem Frontfender


Federweg, Abmessungen
Durch die Montage der Nebelscheinwefer unterhalb der Lampenmaske stellt sich ein Manko ein, das ich hier nicht unerwähnt lassen kann: Der maximal zur Verfügung stehende Federweg der Stoßdämpfer verkürzt sich leider um die Bauhöhe der Scheinwerfer.
Parkt meine Bandit auf dem Hauptständer, bleiben von den ursprünglichen 120 mm Abstand zwischen Fender und Unterseite der Lampenmaske nur mehr 60 mm als effektiver Federweg übrig. Die fehlenden 60 mm nehmen sich die Scheinwerfer mit 55 mm und die Halter mit 5 mm.

Eindrücke auf dem Frontfender
Dadurch können bei sehr grobem Untergrund oder tieferen Schlaglöchern die Zusatzscheinwerfer schon mal hörbar auf den Frontfender aufschlagen. Dort wird dann bei einem heftigeren Aufprall ein bleibender Eindruck in der Art hinterlassen, als daß etwas Material vom Fender absplittert. Zu meiner Freude zeigt sich dessen Material aber äußerst robust. Selbst bei Fahrten auf unbefestigten oder grob geschotterten Wegen und damit einigen ganz erheblichen Einschlägen hat sich noch kein Riss im Fender gezeigt. Zudem hat das Untermaterial in etwa die Farbe der Lackierung, so daß es beim flüchtigen Hinsehen nicht übermäßig auffällt. Die Nebelscheinwerfer gingen bisher schadlos aus diesen Kontakten hervor und der Hilfsrahmen der Frontverkleidung, an dem sie über das Verkleidungsteil befestigt sind, hat augenscheinlich auch noch keine Stauchung erfahren.
Bei einigen Vollbremsversuchen mit kompletter Urlaubsbeladung und damit erheblichem Lastwechsel konnte ich dagegen keine Berührung feststellen.

Federweg verkürzen durch erhöhte Federvorspannung


Federvorspannung einstellen
Der Tiefe des Einfederns kann entgegengewirkt werden, indem die Federvorspannung der Stoßdämpfer erhöht wird, was zu einem härteren Fahrwerk führt. Dadurch kann sich auch die Straßenlage und damit das Fahrverhalten verbessern, weil durch diesen simplen Eingriff das Vorderrad bei unruhigem Straßenbelag mehr Bodenhaftung bekommt.
Die Federvorspannung sollte aber nur schrittweise mit jeweils halben Umdrehungen an beiden Stoßdämpfern (!) erhöht werden (keinesfalls an den Muttern rumschrauben – die halten die Stoßdämfer an ihrem Platz), da sich eine übertriebene Vorspannung und dadurch zu hartes Dämpferverhalten unter Umständen negativ auf den Fahrkomfort auswirkt, da Unebenheiten der Fahrbahn deshalb weniger stark abgefedert werden und Stöße auf die Arme weitergegeben werden können.

Bedingt empfehlenswerter Einbauort

Für mich akzeptiere ich diesen Nachteil, daß die Scheinwerfer den Fender bei unbefestigtem oder grobem Untergrund berühren können, zumal mein Frontfender bereits vorher schon nicht mehr der Schönste war. Vor ein paar Jahren hatte mich nämlich ein Kleintransporter beim Zurücksetzen gerammt, was unter anderem zur Folge hatte, daß der Fender vorne und an den Befestigungslöchern gebrochen war. Diese Schäden konnte ich mit Glasfaserspachtel reparieren.
Wer Ästhet ist und bereits bei einem Kratzer zu Gesichtsblässe und Kreislaufversagen neigt, einen nervösen Putzfimmel hat oder ein reinrassiger Caferacer ist und sein Bike nur zu Schauzwecken am Straßenverkehr teilnehmen läßt, sollte entweder auf diesen Einbauort verzichten oder aber sehr schlechte Straßen und Schotterwege meiden und tieferen Schlaglöchern ausweichen.

Richtige und blendfreie Einstellung der Zusatzleuchten

Grundlage hierfür ist der § 52 StVZO: www.verkehrsportal.de/stvzo/stvzo_52.php
Gleich der 1. Absatz befaßt sich mit Nebelscheinwerfern. Dort steht, was zu beachten ist:
„Sie müssen so eingestellt sein, daß eine Blendung anderer Verkehrsteilnehmer nicht zu erwarten ist. Die Blendung gilt als behoben, wenn die Beleuchtungsstärke in einer Entfernung von 25 m vor jedem einzelnen Nebelscheinwerfer auf einer Ebene senkrecht zur Fahrbahn in Höhe der Scheinwerfermitte und darüber bei Nennspannung an den Klemmen der Scheinwerferlampe nicht mehr als 1 lx beträgt.“
Nun wird nicht jeder ein Lux-Meter im Haushalt haben. Ein wenig Augenmaß sollte aber ausreichen, um die Leuchten entsprechend blendfrei einzustellen.

Was sagt der TÜV?

Bleibt noch abzuwarten, ob der TÜV-Mensch beim nächsten Prüftermin den reduzierten Federweg erkennt und dazu sagen wird. Ich werde davon berichten.
Nachtrag: Zur TÜV-Besichtigung kam es nicht mehr, da noch vor dem Termin meine geschätzte 1200′er Anfang Mai 2011 ihren Platz in der Garage mit einer 1250′er S-Bandit aus dem Produktionsjahr 2010 getauscht hat.
Vielleicht hat ein geneigter Leser dieses Artikels den gleichen Anbauort für seine Zusatzscheinwerfern gewählt und die entsprechende TÜV-Prozedur durchlaufen. Ich würde mich über eine Info zur Reaktion des Prüfers freuen und werde diese dann hier als Ergänzung veröffentlichen.

Mein Fazit

Neben der Tourenscheibe meine wohl nützlichste und sinnvollste Anschaffung für mich und für die lichtschwache 1200’er, wenn es da nur eine optimalere Anbaumöglichkeit an der S-Bandit geben würde. Vielleicht kann mich jemand in den Weiten des Web darauf stoßen?

Tagfahrlicht ab April 2013 auch fürs Motorrad

Der ADAC schreibt dazu in einer Meldung vom Ende November 2012:
Mit der ausstehenden Änderung der StVO (Straßenverkehrsordnung) können Krafträder der Kategorie L 3 (Krafträder, falls sie einen Verbrennungsmotor haben, mit mehr als 50 ccm Hubraum oder die unabhängig vom Antrieb schneller als 45 km/h fahren) mit Tagfahrleuchten ausgerüstet werden. Diese können tagsüber alternativ zum Abblendlicht genutzt werden. Während der Dämmerung, bei Dunkelheit oder wenn die Sichtverhältnisse es sonst erfordern, ist allerdings Abblendlicht einzuschalten. Die Änderung der StVO wird voraussichtlich zum 1. April 2013 in Kraft treten. (Stand: Oktober 2012)
Quelle: http://www.adac.de/…/news/…Tagfahrlicht beim Motorrad erlaubt?

Licht- und Schattenseite

Auf einer Extra-Seite beleuchte ich die Sinnhaftigkeit dieser Regelung, denn Einschränkungen dämpfen die voreilige Euphorie. Den Link dorthin werde ich noch bekanntgeben.


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11 Reaktionen zu "Zusatzscheinwerfer"

  1. Olli schreibt:

    Schöne Anleitung, vielen Dank.

    Da ich auch gerade die Anschaffung von zwei Nebel-Zusatzscheinwerfern am eruieren bin – allerdings für meine R1200GS – hat mir der Verweis auf die EU-Regelung sehr weitergeholfen.

    Eine Frage hätte ich: Bei mir steht im Feld „K“ in der Tat ein Eintrag (e1*2002/24*0199*00), in Feld 17 steht lediglich ein „K“. Interpretiere ich das korrekt als Verweis auf den „K“-Eintrag und damit die Erlaubnis, zwei Zusatzleuchten betreiben zu düfen?

    Beste Grüße
    Olli

    • Reiner von on2r.eu schreibt:

      Kommentar:
      Hallo Olli,

      laut der von mir recherchierten und oben beschriebenen Richtlinie und dem Anhang zu dieser Richtlinie dürfen jeweils zwei Scheinwerfer einer Gattung am Motorrad verbaut sein, wenn im Feld K der Zulassungsbescheinigung Teil 2 ein entsprechender Eintrag vorhanden ist.
      In Deinem Fall ist das der Fall. Gute Fahrt mit dem mehr an Licht.

  2. Frank schreibt:

    Hallo Reiner,

    ich habe mir an meiner 1200 S BJ 2005 zwei Zusatzscheinwerfer beidseitig an die Telegabel angebaut. Unterhalb der Halterung für die Bremsleitungen sind beidseitig zwei Bohrungen mit Gewinde, die nicht genutzt werden. Habe mir zwei Aluwinkel gebogen, diese schwarz lackiert und darauf die Scheinwerfer mit Relais an der Batterie verbaut. Kann Dir gern mal ein paar Fotos senden.

    PS: Gute Homepage !

    Gruß Frank aus Potsdam

    • Reiner von on2r.eu schreibt:

      Kommentar:
      Hallo Frank,

      diesen Anbauort hatte ich auch eine Zeit lang ins Auge gefaßt. Ich denke aber, daß der relativ nah zur Straße liegt und dadurch die Scheinwerfer entsprechend schnell verschmutzen. Ich kann mich mit dieser Annahme natürlich auch täuschen.
      Danke fürs Lob!

  3. Konni schreibt:

    10.06.2014
    War heute bei TÜV Süd, keine Probleme beim Anbau zweier Led Nebelleuchten.
    Fahre einen Oldtimer VT 500C. Alles E geprüft, kommen auf einen Träger unterhalb des Hauptscheinwerfers. Seit 2013 ist alles kein Proplem mehr, nur die E-Zulassung ist wichtig und ein Aus/Ein Schalter muss zwischen geschaltet sein. Anschluß beim Standlicht.

    • Reiner von on2r.eu schreibt:

      Hallo Konni, danke für den Hinweis. Aber…

      Dein Oldie dürfte keine EG-Typengenehmigung (Zulassung nach EU-Recht), sondern eine Allgemeine Betriebserlaubnis (Zulassung nach StVZO) haben.

      Wie oben im Artikel beschrieben, ist für Kafträder mit Allgemeiner Betriebserlaubnis der Paragraph 52 der StVZO zuständig. Nach wie vor heißt es dort: „Krafträder, auch mit Beiwagen, dürfen mit nur einem Nebelscheinwerfer ausgerüstet werden“.

      Damit hat der Prüfer nicht im Sinne der StVZO gehandelt! Laut diverser Foren ist das aber kein Einzelfall. Allerdings ist das kein Freibrief für die Nutzung! Bei eingeschalteten Neblern und einer Kontrolle durch Ordnungshüter mit entsprechendem Hintergrundwissen dürfte es also mindestens zu einer Diskussion kommen.

      Hier nochmal der betreffende Abschnitt im Paragraph 52 der StVZO.

      Grüße und immer unfallfrei, Reiner von on2r.eu

      • Schwede schreibt:

        Hallo Reiner,

        so pauschal kannst Du nicht sagen, dass eine VT500C keine EG-Typengenehmigung hat.
        Auf der Suche nach rechtlichen Vorraussetzungen von Zusatzscheinwerfern für meinen ’92er BMW R100GS-Rallyumbau bin ich über Deine Seite gestolpert.
        In meinem ‚Brief‘ ist ein Eintrag unter K vorhanden, ergo hat auch mein Oldie eine EG-Typengenehmigung und dürfte somit 2 Nebler mitführen.
        Wie alt eine VT500C im Vergleich ist, kann ich nicht beurteilen, da mir da die Fachkenntnis fehlt. Aber ‚gefühlt‘ könnte es sich ausgehen.

        Ansonsten mein Lob für diesen Artikel!

        Grüße
        Schwede aka Niels

  4. Martin schreibt:

    Hallo Reiner,
    Deine Homepage gefällt mir. Hast Du mal Ärger mit dem Getriebe gehabt? Bei mir macht der 3. Gang Geräusche.
    VG
    Martin

    • Reiner von on2r.eu schreibt:

      Servus Martin.

      Du beziehst Dich auf die 1200er Bandit? Mit der hatte ich auf immerhin 86000 km keinerlei Probleme mit Motor oder Getriebe.
      Abgesehen von den ermüdeten Tellerfedern der Kupplung. Aber das waren normale Verschleißerscheinungen.

      Vielleicht kann das Banditforum helfen: https://banditforum.de

      Besten Gruß, Reiner

  5. Tsvetan Todorov schreibt:

    Hallo Reiner,
    Ich bin mit eine Suzi GSF 1200/S WVA 9 (BJ 12/05) unterwegs.
    Wie bei Olli steht bei mir dasselbe Eintrag bei K und bei 17 nur noch die Buchstabe K
    Nach gründlichem Lesen habe ich mich entschieden zwei gleichartige Scheinwerfer einzubauen. Meine Frage nun: Ist es überhaupt möglich eine Glühbirne einzubauen die sowohl Abblendlicht und Fernlicht fähig wäre ?
    Oder muss ich unbedingt mir Zusatzlichter kaufen und unten drunter einbauen ?
    Wenn solche Glühbirnen ,die sowohl Abblendlicht & Fernlicht Modus haben, gäbe könnetest du mir Bsp nennen ?

    Danke im Voraus

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