Bandit Pop

Publiziert am 24.10.2010

  Suzuki Bandit 1200S (Bj. 2004, WVA9, K4, Pop)

Aller Anfang…

Vor vielen Jahren, 18 Lenze war ich da und hielt meinen druckfrischen Führerschein in Händen, war kein sonderliches Interesse an einem Motorrad vorhanden.
Damals hatte aber ein ehemaliger und zweiradbesessener Schulkamerad bereits eine Yamaha 350 RD. Ein wirklich bissiges Geschoß, das er mir einige Male für Spritztouren auslieh. Tja, das sollten sie viele Jahre dann auch bleiben, meine „Erfahrungen“ als Motorradlenker.

Soll’s eine 900’er Hornet von Honda werden?

Alle paar Jahre überkam mich zwar für ein paar Wochen der Drang nach einem Bike, da ich aber nicht konsequent bei der Sache blieb, gingen die zweiradlosen Jahre ins Land.
In meinem 40. Lebensjahr setzte sich still und leise der Gedanke in einer Hirnwindung fest “entweder jetzt oder nie”. Und wie als Wink mit dem Zaunpfahl zu verstehen, fiel mir im Frühjahr 2005 dann zufällig auch noch ein Prospekt der Hornet 900 von Honda in die Hände. Allerdings war kein Händler in meiner Umgebung imstande, diese Maschine für eine Inaugenscheinnahme beizubringen. Lieferzeiten von vier bis sechs Wochen waren mir zu der Zeit eindeutig zu lange, außerdem hätte das entfachte Interesse bis dahin wieder erlöschen können.

Von der Hornet zur Bandit


Suzuki GSF 1200S Bandit von 2004
Ein Biker aus dem Bekanntenkreis meinte dann noch mehrmals „nimm Dir besser eine Größere, denn nichts geht über Hubraum“. Tourentauglich und bezahlbar sollte das Motorrad auch bleiben, und so kam ich recht schnell auf die Bandit 1200S von Suzuki mit ihrem vergleichsweise sehr gutem Preis-/Leistungsverhältnis.
Sie war zwar erst mein erstes Motorrad, aber bezahlbarer Anschaffungspreis, Unterhaltskosten, Reisetauglichkeit und Zuverlässigkeit standen und stehen nach wie vor im Vordergrund.
Ersteres erfüllt die Bandit in jedem Fall, denn 7.400 € statt den offiziellen 8.130 € hatte mich im April 2005 das nagelneue 2004’er Modell beim Händler gekostet, einen kostenlosen ersten Kundendienst und 10% für künftige Teilekäufe konnte ich auch noch ergattern. Reisetauglichkeit und Zuverlässigkeit erfüllt die Bandit zu meiner vollsten Zufriedenheit. Einige Bandit-Treiber jammern über die Verarbeitung und ein schwaches Fahrwerk. Beides kann ich verneinen, konnte ich mich doch auf meinen Touren und über die Jahre hinweg ausgiebig davon überzeugen.

Reisefieber

Schon kurz nach dem Kauf war ich dem Motorrad-Reisefieber erlegen und noch im gleichen Jahr führte mich meine erste große Tour über 6.000 km in zwei Wochen durch die Alpen. 2008 durch Spanien und Portugal war meine bisher Längste: 12.000 km in 30 Tagen. Meine voraussichtlich größte Tour in 2011 wird nach Norwegen bis hoch zum Nordkap führen. Griechenland steht ebenfalls wieder auf dem Plan, diesmal voraussichtlich mit einem Abstecher zum Bosporus.
So habe ich von April 2005 bis November 2010 mit der Bandit 86.000 km durch diverse europäische Länder hinter mich gebracht, was ich in den nächsten Jahren so fortsetzen möchte. Alle Touren bewältigte ich bisher als Solofahrer und werde das auch wohl so beibehalten, denn da bin ich nur mir gegenüber verantwortlich. Zudem werden/wird sich ich für solche Großtouren wohl auch kein(e) Begleiter(in) finden.

Treues Roß

In Punkto Zuverlässigkeit habe ich wohl einen echten Glücksgriff getan, denn bisher hat mich das Maschinchen nicht ein einziges Mal im Stich gelassen. Und das, obwohl ich nur die ersten drei Kundendienste beim Vertragshändler durchführen ließ, denn Intervalle von nur 6.000 km hielt und halte ich schlichtweg für Geldmacherei. Nach dem 12.000’er Service erledige ich selbst fast alle Schraubarbeiten und Austausch von Verschleißteilen in der heimischen Garage.
Öl und Ölfilter wechsle ich im Turnus von 10.000 bis 15.000 km. Den Luftfilter kontrolliere ich bei dieser Gelegenheit, blase ihn mit Druckluft aus oder ersetze ihn bei stärkerer Verschmutzung. Die Zündkerzen wechsle ich nach etwa 20.000 km, was in etwa meiner jährlichen Fahrleistung entspricht.
Die seither größten Wartungsarbeiten, nämlich Vergaser synchronisieren und Ventile einstellen, habe ich bisher nur einmal, bei einem km-Stand um die 60.000, machen lassen. Der bekennende Schrauber eines Bekannten hat das erledigt. Nur Feineinstellungen hätte er machen müssen, wie er mir danach sagte.

Widrigkeiten

Unfälle blieben leider nicht ganz aus. So hatte ich auf dem Großglockner im Oktober 2007 auf unerwartetem Glatteis einen Ausrutscher mit nur geringem Schaden und im Juni 2009 einen Fast-Totalschaden im italienischen L’Aquila bei einem Auffahrunfall. Mehr dazu hier.

Nützlichkeiten

Einige nützliche Anschaffungen sind seither dazugekommen, dazu dezente Umbauten und Optimierungen für meine Reisen. Da wären unter anderem:

  1. eine Tourenscheibe und Lenkererhöhungen, beides für entspanntes Fahren
  2. erwärmende Heizgriffe für die kalte Jahreszeit
  3. ein blendfreies, selbst lackiertes, schwarzes Tachogehäuse
  4. eine blaue Tachobeleuchtung und selbst entworfene Tachoscheiben
  5. Stromanschlüße für diverse Verbraucher per Cinch-Stecker
  6. LED-Rücklichter und -Verkleidungsblinker
  7. ein paar erhellende Nebelscheinwerfer
  8. Heck- und Seitenkoffer, einer für Kleidung und der andere für Werkzeug und Ersatzteile
  9. ein automatischer Kettenöler, dessen Leitung verstopfte und er deshalb wieder rausflog
  10. eine 12 Volt-Kühltasche für den Soziussitz

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