Werkstatt

Publiziert am 08.01.2011

Ungenierte Abzocke durch die Markenwerkstätten?

Alle 6000 km wäre an meiner 1200’er Bandit nach den Suzuki-Wartungsvorgaben jeweils ein Kundendienst fällig. Das ist ein sehr kurz bemessener Intervall, wie ich meine.
In 2010, mit ca. 25000 km Fahrleistung, hätte ich somit meine Bandit gleich viermal zum Kundendienst vorfahren und dafür natürlich ein hübsches Sümmchen abdrücken sollen.
Allein ein wiederkehrender 12000’er Kundendienst schlägt für meine Bandit mit etwa 460,- € ins Kontor (Händlerauskunft vom Dez. 2010). In diesem Preis sind evtl. tauschwürdige Teile natürlich nicht mal eingerechnet.
Die einzigen Kundendienste, zu denen ich mein in 2005 neu gekauftes Bike zum Händler brachte, waren die ersten Drei (1000, 6000 und 12000 km), um etwaige Garantieansprüche nicht gleich zu Beginn zu gefährden.

Wo gibts den Wartungsplan?


Wegen ausbleibendem Feedback gibts den entsprechenden Wartungsplan im PDF-Format nur noch auf Anfrage durch Mausklick auf einen der beiden eMail-Links!
Für die 1200er Bandit: Reiner@on2r.eu
Für die 1250er Bandit: Reiner@on2r.eu
Anfragen zu den Wartungsplänen, die mich nicht über einen der beiden eMail-Links erreichen, werde ich nicht mehr beantworten!

Selber schrauben und Geld sparen

Durch die hohe Kilometerleistung meiner Bandit und dem dadurch entsprechend hohen Materialverschleiß spare ich beim Selberschrauben jedes Jahr mehrere hundert Euro, die beispielsweise in die Urlaubskasse fließen können.
Nun bin ich beileibe nicht der Schrauber schlechthin, ausgeprägte Ambitionen sind aber durchaus vorhanden. Ein Bremsbelagwechsel gehört zu den anspruchsvolleren, weil sicherheitsrelevanten Arbeiten. Hierbei ist entweder etwas Erfahrung gefordert, das Beisein eines Fachmannes oder eine anschließende fachmännische Kontrolle! Trotzdem bietet es sich geradezu an, wiederkehrende Arbeiten eigenhändig durchzuführen, die etwas Zeit, aber keinen übermäßigen Aufwand erfordern:

– Öl- und Ölfilterwechsel Zündkerzenwechsel
Luftfilterwechsel – Bremsbelagwechsel

Suzuki’s unnötige Schraubenvielfalt

An dieser Stelle muß ich eine wenig Frust ablassen, denn leider haben die Planer und Ingenieure bei der Konstuktion der Bandit äußerst unüberlegt ins Schraubenregal gegriffen. Von vorne bis hinten stellen sich einem nämlich Schrauben in verschiedensten Größen in den Weg. Selbst an den Befestigungspunkten der Seitenverkleidung, wo eine Schraubenart vollkommen ausgereicht hätte, finden sich gleich drei (!) verschiedene Schraubenstärken mit unterschiedlichen Imbusköpfen. Und weil das scheinbar noch nicht gereicht hat, haben die eifrigen Asiaten dort auch noch welche mit Außensechskant und Kreuzschlitz verbaut. Nicht zu vergessen die Kunststoff-Spreizniete und -Halteclipse.
Gleiches Bild auch an der 1000er V-Strom vom Bj. 2014. Da mutmaße ich, daß sich das durch alle Modelle zieht und sich in Zukunft nicht so bald ändern wird.

Tipps für Selberschrauber

  1. Auf carmio.de sind grundlegende Tipps für den emsigen Schrauber aufgelistet: Schnell und effektiv Ersatzteile einbauen
  2. Louis.de hat sich ebenfalls des Themas angenommen und eine recht umfangreiche Liste an Schrauberthemen zusammengetragen.
  3. Der TÜV-Süd hat einige nützliche Ratschläge zusammengestellt, was am Motorrad in Sachen umrüsten oder umbauen erlaubt ist.
  4. Was die Maßregelungsvorschriften der StVZO zum Thema Blinker vorschreiben, habe ich in meinem Artikel „LED-Blinker an der 1200’er“ erläutert. Diese Vorschriften sind allgemein und gelten für alle zweirädrigen Marken und Modelle.
  5. Auch beim Anbau von Zusatzscheinwerfern sind gesetzliche Regelungen zu beachten. Bei der Anzahl gleichartiger Scheinwerfer (ein oder zwei Stück) spielt es z.B. eine Rolle, ob das Motorrad eine Allgemeine Betriebserlaubnis (Zulassung nach StVZO) oder eine EG-Typengenehmigung (Zulassung nach EU-Recht) besitzt. Ausführliches ist in meinem Artikel „Zusatzscheinwerfer an der 1200’er“ nachzulesen.

Explosionszeichnungen – Microfiches

Ab und an braucht man beim Schrauben am Motorrad diverse Detailzeichnungen und ausführliche Abbildungen von Baugruppen oder Komponenten. In der Regel haben nur Händler darauf Zugriff. Nachfolgend einige Quellen, die diese Informationen kostenlos zur Verfügung stellen. Da bei den meisten Adressen ein Onlineshop angeschlossen ist, gelangt man praktischerweise auch gleich noch an die Hersteller-Teilenummern und Preise.

  1. Für die 1200’er Bandit:
    http://www.cmsnl.com/gsf1200s-z-bandit-2001-2005-usa_model16061/partslist/
    http://www.bikebandit.com/suzuki-motorcycle-gsf1200sv-bandit-1997/o/m6131
    http://www.ronayers.com/…/Suzuki/…/Year/2003/…/Model/GSF1200_BANDIT

Handbücher – Service Manuals

Handbücher für viele Motorradmarken und -modelle, leider sind allesamt fremdsprachig.

  1. http://www.carlsalter.com/motorcycle-manuals.asp
    http://www.manualedereparatie.info/categorii/suzuki.html

Gedruckte Anleitung

Nebenstehende Lektüre kann ich sehr empfehlen und liegt während meiner Wartungs- und Schraubarbeiten immer in Griffweite.
Es leistet nicht nur gute Dienste bei der Durchsicht des Motorrads vor der neuen Saison, sondern ist mit einem Werkstatthandbuch durchaus vergleichbar.
In dem mittlerweile „Quasi-Standardwerk“ wird jede Fahrzeug- komponente verständlich und ausführlich beschrieben und wo notwendig mit aussagekräftigen Bildern dargestellt. Sehr hilfreich ist die Zusammenfassung der dafür notwendigen Werkzeuge und Hilfsmittel, zudem werden Schwierigkeitsgrade angegeben.
Abmessungen, Gewichte, Toleranzen und ähnliche Hersteller- informationen sind ebenso enthalten, wie farbige Schaltpläne.
Auflistung: Wartungs-/Reparaturbücher für die verschiedenen Bandit-Modelle bei Amazon.de


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Eine Reaktion zu "Werkstatt"

  1. Frank schreibt:

    Schraubenvielfalt! Da kann ich nur absolut zustimmen. Um das Rücklicht zu wechseln müssen verschiedenste Imbusschlüssel und Schraubendreher benutzt werden. Die Kreuzschlitzschrauben saßen so knallefest, dass ich diese Ausbohren musste. Imbusschrauben wären hier besser verbaut gewesen.

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