Kupplungshebelbruch

Publiziert am 08.01.2011

  an der Suzuki Bandit 1200S (Bj. 2004, WVA9, K4, Pop)

13. November 2010, ein Samstag. Der Wetterbericht meldete Tags zuvor sonniges Wetter bis 17 Grad. Was lag also näher, diesen günstigen Umstand für eine Tagestour in die Alpen zu nutzen?
Rauf auf den Bock, raus aus der Garage und eingebogen auf die Hauptstraße meines Heimatortes, stellte sich mit einem Mal ein fühlbar kratzender Widerstand beim Ziehen des Kupplungshebels ein.

Ermüdungsbruch?


Auge ausgebrochen
Erst auf den zweiten Blick sah ich, daß das Auge ausgebrochen war, in dem der kleine Messingzylinder sitzt. Dieser Zylinder nimmt in einer Bohrung den Bolzen auf, der den Hebeldruck zum Hydraulikzylinder weitergibt.
Etwa 30.000 km hatte der Kupplungshebel auf dem Buckel, den ich als Neuware bei eBay für sehr günstige 15,- € gekauft hatte, Hersteller allerdings unbekannt.
Böse Worte hatte ich bei diesem Anblick ausgerufen und dachte bei mir, die Ausfahrt sei damit gelaufen. Zum Anderen war ich aber erleichtert, daß die Ursache und der Schaden relativ unspektakulär waren.
Einen Kupplungs- und Bremshebel habe ich zur Reserve zwar unter der Sitzbank immer dabei, für das dann aber beim rechts Ranfahren verloren gegangene und von der Straße verschluckte Kolbenstück hatte ich keinen Ersatz. So fuhr ich die paar hundert Meter zurück und schraubte in meiner Garage schon mal einen neuen Kupplungshebel an. Beim Testen stellte ich erfreut fest, daß der Hubweg des Hydraulikzylinders auch ohne den verlorenen Messingzylinder vollkommen ausreichend und die Funktion der Kupplung in keiner Weise eingeschränkt war. Eine Urlaubsfahrt wäre in diesem Zustand übertrieben, der Tagesfahrt in die Alpen stand aber nichts mehr im Wege.

Teure Kleinteile


Messingzylinder & Gummimanschette
Ein Besuch beim Suzuki-Händler bestätigte meinen Verdacht auf die dortige inflationäre Preisgestaltung erneut: Der Messingzylinder kam auf 5,09 € (Art.Nr. 59892-08A00-000). Da die Gummimanschette im Verlauf von knapp 86000 km gelitten hat und in Teilen schon nicht mehr vorhanden war, habe ich bei der Gelegenheit auch gleich eine Neue gekauft (5,80 €, Art.Nr. 59666-44300-000).
Der Austausch der Gummimanschette ging schnell von der Hand. Die Reste der alten Manschette habe ich mit einer Spitzzange herausgezogen und dabei darauf geachtet, daß der lose eingelegte Kolben nicht herausrutscht und verschwindet. Nach einem Klecks säurefreies Fett in die Gummimanschette habe ich sie soweit wie möglich aufgeschoben und ihren Wulst mit einem kleinen Schraubenzieher in die Nut gedrückt. Dabei mit Gefühl zu Werke gehen, damit der Schraubenzieher nicht durch die Gummimanschette sticht.


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